Welche Architektur gucke ich mir an (I): Dom Hildesheim

Den Dom Mariä Himmelfahrt zu Hildesheim

Hildesheim besitzt, im Gegensatz zu Hannover, einiges wirklich sehenswertes. Neben dem Roemer- und Pelizaeus-Museum und einer pittoresken Altstadt voller Fachwerkhäuser gleich zwei Kirchen, die zum UNESCO-Welterbe gehören: St. Michaelis und der Dom. Die eine evangelisch, der andere katholisch.

Beide sind erst vor kurzem saniert worden, Michaelis wurde bereits vor 10 Jahren eröffnet und feierte Jubiläum. Das Gesamtensemble mit Gemeindehaus, Tagungsstätte, Sitz des Kirchenmusikzentrums und Außengelände mit Anbindung des Andreaneum-Gymnasiums und des Margaretengartens ist noch nicht allzulange fertig.

Das Gelände des Doms in Wurfweite birgt auch noch Baustellen, der Dom ist aber frisch eröffnet und er ist prächtig.

Dom zu Hildesheim

Dom zu Hildesheim

Beiden Kirchen hat die Sanierung gut getan; Licht, Schall und Beschilderung sind angenehm zurückhaltend, alles ist deutlich heller und wirkt sehr aufgeräumt; erhalten blieben die wichtigen Kunstschätze, die gelungen platziert wurden und z. T. neue Standorte erhielten. Eine Ahnung, wie es vorher war erhält man in St. Andreas (ev.) und St. Godegard (kath.).

Fensterdetail im Dom

Fensterdetail

Besonders gut im Dom gefällt mir der schlichte Boden und die schlichte Wandgestaltung. Ungewohnt für eine katholische Repräsentationskathedrale, denkt man, vielleicht ein Zeitgeschmack, aber wahrscheinlich historisch einer 1200 Jahre alten Kirche entsprechender als das vorherige prunk-bunte Mischwerk. Die Einrichtung entspricht dem, mit heller Bestuhlung, dazu einladende Beichtstühle. Toll auch die Fenster, ohne das übliche kleinteilige Buntglas, bei Sonnenschein je nach Stand zaubern sie tolle Effekte auf die gegenüberliegende Wand.
Und dann die Orgel. Ein schwarzer Monolith, aus der Wand herauswachsend und absolut zurückhaltend gegenüber der Bernwardstür. Der Spieltisch ist neben der Chorempore und scheint losgelöst vom ganzen Geschehen; ist er auch, moderne BUS-Technik macht ihm sehr variabel.

Orgel im Dom

Orgel im Dom

Deutlicher Nachteil ist ebenfalls aus dem Musikbereich: Musiker haben Taschen, Noten- und Mikroständer, Kabel und Noten. Hierfür wurde kein Platz vorgesehen. Nun liegen erste Dinge neben der Chorempore und man ahnt, welche Ausmaße das nehmen wird. Auch bei Aushängen wird das noch eine Rolle spielen, Nutzbarkeit (und das schließt Gemeindeinformationen mit ein) ist in der Architektur bei allem Minimalismus nicht zu vernachlässigen.
Im Gesamtensemble mit Kreuzgang und Dommuseum fällt die Beleuchtung der Innenhofkapelle etwas ab, hier hätte es durchaus etwas Neues, passendes sein dürfen.

Der Link dazu:
Domsanierung.de

Türdetail im Dom

Türdetail

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