Welche Architektur gucke ich mir an (II): Museum Kunst der Westküste, Föhr

Wenn diese Farben nicht wären.

Gut, Museen und Kirchen anzusehen und dann behaupten, man hätte Architektur erlebt ist die ganz billige Nummer. Andererseits kommt es gerade in diesen Gebäuden auf eine gute Gestaltung an. Wenn’s dunkel, muffig und vollgerümpelt ist, hat man halt nur wenig Spaß.

Wenn man dann noch auf einer Ferieninsel ein paar Regentage hat, ist ein Museum ein beliebter Zufluchtsort. Neben den Kinderbespaßungsindoorspielplätzen ist es nett, dass es auch kulturtaugliche Abwechslung gibt mit sehenswerten Bildern von Max Beckmann, Max Liebermann, Emil Nolde, Edward Munch und weniger namenhaften, aber spannenden Malern.

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Was ich trinke (II): Negroni

Hilft auch gegen Husten.

Quatsch, obwohl es manchmal etwas medizinisch schmeckt. Man mischt:

  • 1 Teil Gin (nicht den ganz billigen, teurer ist aber selten herauszuschmecken)
  • 1 Teil Campari
  • 1 Teil roter Vermouth (z. B. Martini)

Als Apéro nimmt man je Teil 2cl, zum Betrinken entsprechend mehr. In Bars wird er oft im Tumbler mit Crushed Ice serviert, zu Hause reichen mir zwei Eiswürfel in der Martinischale.
Ein Stückchen Zitrone geht prima dazu.

In einer sanften Variante nimmt man 1 Teil Campari und 3 Teile Rosso, hausintern nennen wir das Negrino.

Schönes Wochenende.

Dinge, die ich nicht verstehe (IV): Einkaufen in Hannover

Oder: Wie sich der Einzelhandel dumm und dämlich verdienen könnte.

Wenn er denn wollte. Denn ich will regelmäßig Geld ausgeben, was dann erstaunlich schwer ist.
Dieses Mal brauchte ich Unterwäsche, Hemden, Longsleeves und eine Aktentasche. Die Unterhosen und -hemden kaufe ich gern von einem schweizer Hersteller, weil sie als einzige gut sitzt. Gleiches gilt für die Strümpfe eines deutschen Produzenten. Für die Hemden besuchte ich eine Herrenausstatterkette, ebenso für die T-Shirts mit den langen Armen. Ich wollte das iPhone 6 in die Hand nehmen, also ging ich noch zum örtlichen Apple-Händler, der auch schöne Taschen führt, dort wollte ich eine Aktentasche kaufen. Das war Plan A.

Ich kam mit zwei Longsleeves nach Hause. Warum?

  • Die Unterhosen hatte ich bereits im Internet angeguckt, sie sind aus der neuen Kollektion. Im Laden waren sie bereits ausverkauft. Nach den Hemden habe ich dann nicht mehr gefragt.
  • Im selben Geschäft waren die Strümpfe bereits aus dem Programm genommen worden. Es ist schließlich Herbst. Ja, so habe ich auch geguckt.
  • Die Hemden, ach. Die Hausmarke hat einen anderen Schnitt als sonst, andere Krägen, andere Stoffe. Man trägt wohl wieder Button-Down-Hemden mit Brusttasche. Ach. Die schönen Hemden waren mir zu teuer oder zu groß. Ach.
  • Auch der T-Shirt-Schnitt wurde verändert, aber tiefes V und meine Hühnerbrust verträgt sich leider nicht. Der Plan B, der günstige schwedische Anbieter ist in der Basislinie jetzt noch fadenscheiniger, insgesamt geht der Trend dort wohl zum Sweatshirt, was mir zu dick ist.
  • Während im Umland die Läden bis 21 Uhr öffnen, schließen die innenstadtnahen Geschäfte gern um 18 Uhr. Ich stand also um 18:02 Uhr vor verschlossener Tür. Immerhin winkten mir die Angestellten. Dafür kaufte ich dann keine Aktentasche
  • Läden, die ich aus anderen Städten kenne und mag, wie etwa COS, eröffnen zwar auch mal Filialen in Hannover, stellen aber nur eine eingeschränkte Kollektion mit eingeschränkter Größenauswahl ein. Geschickt. Ganz geschickt.

Einzig Muji, wo ich nach Pullis schaute (sie führen Rundhalspullis! Ich mag Rundhalspullis.) hatte auch Langarmshirts mit Rundhals aus Biobaumwolle. Aber auch keine schönen Aktentaschen, passende Hemden oder schweizer Unterwäsche. Na.

Hannover, merkste selber, ne?!

P.S.: Der Onlinehandel ist nur wenig besser, bei Calida konnte ich z. B. keine Doppelbuchstaben in den Formularfeldern eingeben. Doof bei meinem Namen und der dazugehörigen E-Mailadresse. Eine Aktentasche und Hemden habe ich noch immer nicht. Für die Strümpfe warte ich jetzt bis zum Frühling, Winterstrümpfe habe ich schließlich genug.

Was ich koche (III): Schweinefilet Art Saltimbocca

Das arme Kalb

Mal unter uns: Das feinste Kalbfleisch mit Salbei und Schinken unterbuttern, das ist… also, da reicht doch auch ein Schwein!

Man nimmt also:

  • 1 Schweinefilet, ca, 150g p. P.
  • Salbei
  • Schinken, dünn geschnitten, Parma, Serrano, San Daniele, …
  • 100ml Weißwein, Marsala oder Madeiira
  • 200ml Gemüsebrühe
  • ein Stückchen gefrorene Butter

Dann wird’s kurz kompliziert:

  • Den Salbei waschen und fein hacken (oder ganze Blätter lassen),
  • das Schweinefilet der Länge nach einschneiden,
  • mit Salbei füllen und
  • mit dem Schinken einwickeln, evtl. mit Zahnstochern fixieren

In einer Pfanne kurz anbraten und für ca. 20 Minuten bei 180°C zugedeckt/in Alufolie in den Ofen. Das gilt für 300g Fleisch, je mehr Fleisch, desto länger muss es in den Ofen.

Weißwein und Brühe gießt man nun in die Pfanne und lässt die Sauce einköcheln. Zum Schluss schmeckt man alles ab und rührt die Butter ein. Das gibt einen extra feinen Geschmack und Glanz. Wir servieren es gerne aufgeschnitten auf vorgewärmten Tellern.

Dazu passen Rosmarinkartoffeln, gedämpfte Karotten und Weißwein.

Was ich gelernt habe (I)

Ist es so?

Natürlich ist uns allen klar, dass die mit Geld die Bösen sind, gottlos und des Satans, keine Frage. Dagegen stehen wir, nicht wirklich arm, imerhin haben wir Computer und Smartphone, um die unbarmherzige Wahrheit hinauszu…, äh, …tippen: Schuld sind die da oben.

Just war ich aber angefragt, bei einer Preisverleihung mit einer kleinen Blechbläserhorde etwas Musik zu machen, nicht zu aufdringlich, man wolle den gebrechlichen Preisträger nicht hinwegpusten.

Wir gaben uns mild, der Preisträger war still, geistreich, Arzt und Theologe, ein Kämpfer gegen Krankheiten, Schuld und Armut und er ist erfolgreicher Unternehmer. Recht erfolgreich, seine Schuhhandel stehen wohl in jeder Stadt und versorgen die Menschen mit Schuhen.
Schlichte Modelle, ohne Markenwirkung, ähnlich der Kleidung von C&A, über deren Träger man gerne lächelt, sogar bestimmten Politikern nachsagt, dort ihre etwas speziell sitzenden Anzüge zu kaufen.
Auch dieser Schuhfirma fehlen feingeschnittene Produkte, aber es stellt sich auch die Frage, wer diese kaufen würde. Der Herr von hohem Ansehen? Wohl nicht.

Der Herr von Ansehen geht ohnehin zum „richtigen“ Schuhhandel, was immer er damit meint. Wir sind da Alternativer und kaufen dieselben Schuhe günstiger, gelobt sei das Internet. Und der Rest?

Ist es nicht also doch richtig, was der Preisträger macht? Dinge denen verkaufen, die es zu dem Preis bezahlen können. Und mit dem Gewinn Bedürftigen helfen, Lepra bekämpfen und vieles mehr unterstützen, nicht nur mit Geld und Worten, sondern mit Reisen und Teilnahme? Anstatt nur gegen schlichte Kleidung und alles Unbill der Welt anzu tippen?

Wenn diese Generation Menschen stirbt, stirbt wohl auch der Satz: „Ich habe es doch nur im Sinne Jesu Christ gemacht.“

Das hat mich sehr beeindruckt und dafür danke ich Ihnen, Herr Deichmann.

Was ich trinke (I): White Lady

Frisch entdeckt im Oscar’s in Hannover

Dabei ist es so einfach. Man mischt

  • 4 cl Dry Gin
  • 2 cl Cointreau und
  • 2 cl frischen Zitronensaft
  • im Shaker.

Das ganze serviert man im gekühlten Schalenglas (oder macht Eis in den Mixer), evtl. mit einer Zitronenzeste.
Noch versuchen werde ich, ob es mit Zuckerrand schmeckt.
Prost!

Dinge, die ich nicht verstehe (III): Tattoos

Erstens gehen die nie wieder weg und zweitens unterliegen die meisten dem Zeitgeist. Ich hab ja schon Schwierigkeiten, mittags die morgens gewählte Strumpffarbe zu akzeptieren, aber gut.

Es ist ja nun auch nicht so, als hätte ich nie einen Reiz an Tattoos gefunden. Die japanischen Damen mit den großen Bildern auf dem Rücken, das gefiel mir in entsprechenden Filmen schon sehr, kam mir aber auch sehr exotisch vor. (Nun, so stell ich es mir vor, nicht so.)

Im Studium dann war es beliebt sich einen Barcode auf die Schulter oder in den Nacken stechen zu lassen, sehr meta, sehr pädagogisch, sehr systemkritisch: wir hatten gerade alle eine Steuernummer erhalten und es wurde über Studiengebühren diskutiert. Später kam dann allerlei Esoterisches auf. Die Sonne als Kraftgeber, der Delphin für die Freiheit.
Als Männer Tribals trugen und Frauen dieselben kurz oberhalb des Schlüpferbunds war der Spaß vorbei und ich war froh nichts entfernen lassen oder verdecken zu müssen.

Ganz geheilt wurde ich dann von einem Kollegen im Nebenjob. Im Physikunterricht hatte er eine Ausbuchtung in den Tisch gebohrt, dort jede Stunde Tinte eingefüllt und mit einer Büroklammer (?) sich vom Mitschüler einen Penis auf den Unterarm tätowieren lassen. Man kennt die Versuche von pubertären Jungs für sie angemessene Kunst zu erzeugen, ähnlich war diese Qualität. Jahrelang trug er nur Langarm, ließ sich das Motiv weglasern und trägt nun wieder Langarm, um die Narben in in Penisform zu verdecken.

Wenn man sich aber in den Umkleidekabinen der Sportstätten dieser Welt umschaut bin ich mit Einsicht aber wohl (fast) alleine. Sportumkleiden hingegen, das ist wieder ein ganz anderes Thema.