Dinge, die ich nicht verstehe (III): Tattoos

Erstens gehen die nie wieder weg und zweitens unterliegen die meisten dem Zeitgeist. Ich hab ja schon Schwierigkeiten, mittags die morgens gewählte Strumpffarbe zu akzeptieren, aber gut.

Es ist ja nun auch nicht so, als hätte ich nie einen Reiz an Tattoos gefunden. Die japanischen Damen mit den großen Bildern auf dem Rücken, das gefiel mir in entsprechenden Filmen schon sehr, kam mir aber auch sehr exotisch vor. (Nun, so stell ich es mir vor, nicht so.)

Im Studium dann war es beliebt sich einen Barcode auf die Schulter oder in den Nacken stechen zu lassen, sehr meta, sehr pädagogisch, sehr systemkritisch: wir hatten gerade alle eine Steuernummer erhalten und es wurde über Studiengebühren diskutiert. Später kam dann allerlei Esoterisches auf. Die Sonne als Kraftgeber, der Delphin für die Freiheit.
Als Männer Tribals trugen und Frauen dieselben kurz oberhalb des Schlüpferbunds war der Spaß vorbei und ich war froh nichts entfernen lassen oder verdecken zu müssen.

Ganz geheilt wurde ich dann von einem Kollegen im Nebenjob. Im Physikunterricht hatte er eine Ausbuchtung in den Tisch gebohrt, dort jede Stunde Tinte eingefüllt und mit einer Büroklammer (?) sich vom Mitschüler einen Penis auf den Unterarm tätowieren lassen. Man kennt die Versuche von pubertären Jungs für sie angemessene Kunst zu erzeugen, ähnlich war diese Qualität. Jahrelang trug er nur Langarm, ließ sich das Motiv weglasern und trägt nun wieder Langarm, um die Narben in in Penisform zu verdecken.

Wenn man sich aber in den Umkleidekabinen der Sportstätten dieser Welt umschaut bin ich mit Einsicht aber wohl (fast) alleine. Sportumkleiden hingegen, das ist wieder ein ganz anderes Thema.

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