Was ich koche (V): Thymian-Risotto mit Ziegenkäse und Parmaschinken

Simpel, gut und von Jamie Cullum Oliver inspiriert.

Wenn’s der Oliver gemacht hat, warum erwähne ich es dann überhaupt? Weil der Oliver Engländer ist und ich dort schon mal verzweifelt versucht habe, gutes Essen zu kaufen; manche seiner Angaben passen einfach nicht zum hiesigen Warenangebot. So sieht’s aus:

Für 3 Personen benötigt man:

  • 300g Risotto-Reis,
  • 1 Zwiebel oder Schalotte, fein gehackt,
  • 1 Knoblauchzehe, dto.,
  • 1L Gemüsebrühe,
  • 1 Schuss Noilly Prat (oder Weißwein oder Sekt),
  • Thymian, etwa eine Handvoll,
  • Parmaschinken, sehr dünn geschnitten (oder Serrano oder San Daniele, …), ca. 100g,
  • 50g Parmesan oder Pecorino, gerieben,
  • Pfeffer und Salz,
  • Einen guten Ziegen- oder Schafskäse, gerne ein Weicher. Etwa 100g in kleine Würfel geschnitten. Vielleicht so eine Rolle, wie es sie im Edeka gibt? Auf keinen Fall Frischkäse, wie Herr Oliver vorschlägt.

Da ja alles schon gehackt und geschnitten und gerieben ist können wir gleich loslegen:

  • In etwas Butter die Zwiebeln und den Knoblauch anschwitzen,
  • dann den Reis mit andünsten und
  • mit einem kräftigen Schuss Noilly Prat ablöschen.
  • Wenn der Alkoholdampf verzogen ist, die Brühe angießen (etwa eine Kelle voll), die Hälfte vom Thymian beigeben und rühren.
  • Immer wieder Brühe nachgießen und rühren, so massiert man die Stärke aus dem Reis und – er brennt nicht an.
  • Die Brühe nachgießen, wenn es „schlorkt“.
  • Wenn der Reis gar ist, also leicht bissfest, die Käse einrühren und 2 Minuten ruhen lassen.
  • Mit Pfeffer, Salz und Thymian abschmecken und servieren. Schinken nimmt sich jeder nach Geschmack.

Dazu passt Weißwein oder leichter Rotwein.

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2014

Ich habe ein Blog, also mache ich auch ein Jahresrückblicksstöckchen. So.

1. Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen. Endlich und dauerhaft, fast ein ganzes Kilo. Nach einer Magen-Darm-Geschichte war ich dramatisch auf unter 50 Kilo gefallen und hatte beschlossen, dass ich mehr Reserven brauche. Also fing ich an darauf zu achten, regelmäßig zu essen. Morgens, Vormittags, Mittags, Nachmittags, Abends. Läuft.

2. Haare länger oder kürzer?
Länger. Der Versuch, die Geheimratsecken durch kürzere Haare zu verschleiern war irgendwie nix. Mit meinem Seitanscheitel sah’s eher nach Adolf aus. Jetzt Popperschnitt, aber wat willste machen.

3. Mehr bewegt oder weniger?
Weniger. Durch den Hauskauf fällt die tägliche Fahrradstrecke aus. Trotzdem bringt die Muckibutze mehr, weil ich entspannter trainiere. Immerhin.

4. Der hirnrissigste Plan?
Meine Pläne hirnrissig? Pah! (Andererseits dachte ich wirklich, ich könnte regelmäßig bloggen, haha.)

5. Die gefährlichste Unternehmung?
Eine 2-Tageswanderung am Lieserpfad. Nicht wirklich gefährlich, aber die Knie haben sich beschwert.

6. Die teuerste Anschaffung?
Die Abdichtung der Kellerwände und eine neue Terrasse. Dazu das Vorgartenniveau um 10cm erhöht. Jetzt nur noch den alten Schuppen einreißen, den Zaun dahinter streichen, das Haus streichen, einen neuen Schuppen aufbauen…

7. Das leckerste Essen?
Im Sommer, im „Ich weiß ein Haus am See“. Selbst gekocht: Lammragout.

8. Das beeindruckendste Buch?
Ich versuch mich ja immer wieder mit E-Readern, was einigermaßen anstrengend ist (eingeschränktes Angebot, wenig in der Bücherei zu leihen). Viel gelesen habe ich die Geschichten über Londons Zauberwelt von Ben Aaronovitch. Als reales Buch hat mir „Handbuch für Detektive“ von Jedediah Berry gefallen. Schön skurril.

9. Der beste Sex?
*hier Tigerlachen einfügen*

10. Der ergreifendste Film?
Hier müsste ein Fernsehfilm stehen, weil ich es kaum ins Kino geschafft habe. Immerhin in „Grand Budapest Hotel“ war ich und fand den auch gut.

11. Die beste CD bzw. der beste Download?
„Aventine“ von Agnes Obel und „Ya Nass“ von Yasmin Hamdan. Gefallen mir sehr gut.

12. Das schönste Konzert?
Die tollsten musikalischen Erlebnisse finde ich oft nicht mehr in Konzerten, da habe ich zuviel zu kritisieren (Musikalität, Ablauf, Kleidung, Bewegung, …). In der Schule hatten wir drei Burschis, die Jazz studieren und die waren der Knaller. Eine irre Energie war im Raum, die auch die Schüler mitriss. Außerdem haben sie sehr cool auch die pubertären Schüler auf ihre Seite gezogen. Toll!

13. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Gefühlt mit Schule und Elterngesprächen. Eine inklusive und alternative Schule im Aufbau verlangt das wohl.

14. Die schönste Zeit verbracht mit …?
…der Frau.

15. Vorherrschendes Gefühl 2014?
Puh.

16. 2014 zum ersten Mal getan?
Zwei Tage hintereinander gewandert. Einen Weihnachtsbaum gekauft und aufgestellt. Mit der Frau gestritten.

17. 2014 nach langer Zeit wieder getan?
Rock gespielt, mit Kollegen. Venedig besucht. War superer als beim ersten Mal.

18. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Der Streit mit der Frau. Der Tod der Mutter einer Schülerin, die bei uns auch eine AG leitete. Die Dauererkältung, die nur eine verschärfte Form der Milben-Allergie ist.

19. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mathe ist nicht schlimm. Das ist eine schwere Aufgabe.

20. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich bin ein sehr schlechter Schenker. Vielleicht ist es, dass ich mir Zeit genommen habe für jemanden, mit dem ich sonst wenig zu tun haben.

21. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der Crément nach der anstrengendsten Woche in meinem Leben. Die Zeit, über die Woche reden zu können. Die Tränen weinen zu dürfen, die dazu gehören.

22. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Ich halt es nicht aus, wenn wir streiten.“

23. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Ich halt es nicht aus, wenn wir streiten.“

24. 2014 war mit einem Wort …?
Puh. (2015 darf mal ruhiger werden.)

Als ich mal nicht mehr jeden Tag duschte.

Und wieviel Spezialseifen nutzen Sie so?

Es ging einfach so los. Zuerst fiel in unserer Dusche ein Rohr zum Heizkessel zu und wir hatten nur noch kaltes Wasser. Kaltes, klares Wasser, über unsre Körper, über unsre Beine und es war wirklich nicht wie im Lied. Also wuschen wir uns mit warmen Wasser in der Küche und duschten abends, nach dem Schwimmen. Manchmal gingen wir nicht schwimmen und das war nicht schlimm.

Dann war ich beim Hautarzt, die Vorsorge der Muttermale. Dort lag eine Broschüre, wie wir durch zu häufiges Duschen die Haut schädigen. Sie schrieben von mehrfachem Duschen pro Tag und ich fühlte mich weit ab von dieser Welt. Abends beim Sport fiel mir auf, dass ich bereits zum zweiten Mal duschte.

Ebenfalls beim Sport liegen Sportmagazine, mit viel Werbung für Körperhygiene. Shampoos, Conditioner, Duschgels, Intimwaschgels, Deos, Parfüms, Schminksachen, Cremes für die geschundene Haut, für Tag, Nacht, Winter, Sommer, Jugend, Alter, Falten und Repairshampoos.
Ich war zuvor auf Bioduschgels und -shampoos umgestiegen, nutzte die Shampoos oft auch für den Körper und seifte auf Rat des Hautarztes und des Frisörs nur noch wenig ein. Etwas Haare, die Achseln, Kniekehlen und, wie Max Goldt so schön schreibt, „noch zwei andere Stellen“.
Es brauchte nur noch einen Frühdienst, zu dem ich nicht früher aufstehen wollte. Mit Verzicht auf Kaffee und Dusche war ich eine Stunde früher bei der Arbeit und musste nicht früher aufstehen. Inzwischen verzichte ich immer, wenn ich abends beim Sport war morgens auf die Dusche, bei Frühdienst sowieso; eigentlich dusche ich zu Hause nur noch Samstag und Sonntag (und sonst alle zwei Tage beim Sport). Und alles nicht wegen Umweltschutz oder aus Kostengründen, nein, weil es mir reicht. Ich habe mein Bioshampoo, brauche selten Duschgel, noch seltener Cremes. Ach, was.

Rieche ich? Nein, wahrscheinlich nicht. Denn, wie wir alle, wechsele ich täglich die Unterwäsche und auch die Oberbekleidung wird gewaschen, bevor sie fleckig wirkt. Wir riechen nicht mehr. Wir riechen uns nicht mehr. Aber: Dafür gibt es ja das richtige Parfüm. Und eine Creme. Und ein Shampoo…