Was ich nicht verstehe (VII): große Autos, kleine Autos

Eigentlich fahre ich ein großes Auto. Eigentlich fahre ich ein kleines Auto.

Das große Auto kommt von der Frau. Sie hat einen Dienstwagen und der gehört zur oberen Mittelklasse von traditionellen, deutschen Herstellern. Das ist ein tolles Auto für die langen Dienstreisen und wir freuen uns, dass wir ihn auch für die Urlaubsreisen und längere Fahrten nutzen dürfen.
Die Fahrten sind sehr ruhig, bei ca. 140 km/h auf der Autobahn fahren alle Autos bisher ruhig, außer deutlich höheren Autoklassen fahren alle an die Seite, wenn man kommt und drängeln mag ich nicht und muss ich nicht. Auch, wenn man viel über die Firm der Frau meckern kann, gehört der Dienstwagen nicht dazu.

Das kleine Auto gehört uns. Es ist nicht nur klein, sondern auch alt, aber noch kein Oldtimer. Es springt immer an, das mag ich sehr. Es springt auch an, wenn es sechs Wochen draußen herumstand. Es hat auch kaum elektrisches Zubehör, dass kaputt gehen kann. Ab 45 km/h kann man in den fünften Gang schalten, dann fährt es ruhig bis 80 km/h. Dann wird es laut und das ist egal, denn ich fahre nie mehr als 80 km/h auf dem Weg zur Arbeit und zurück.
Auf den Fahrten bin ich sehr ruhig, auch wenn ich ständig geschnitten werde, mir andere Autofahrer die Vorfahrt nehmen und mich, vor allem zu Messezeiten, überholen. Ich muss dann oft einigermaßen heftig bremsen, aber so ist das wohl.

Die Messeleute fahren natürlich Dienstwagen wie den der Frau und größer. Damit ist man wichtig und muss kleine Autos überholen und schnell sein.

Ich mag es, wenn wir, also ich und die Messeleute, von der Hauptstrecke auf die etwas enge und schlecht ausgebaute Landstraße, meine Hausstrecke, wechseln. Und wenn das kleine Auto an den großen Autos vorbeifährt.

Das wäre mir mit dem großen Auto nie passiert.

Advertisements

Was ich koche (VII): Specksauce mit Erbsen, Salbei und Rosmarin

Tja, mehr kommt auch nicht rein, wird also nicht sehr schwer.

Für 4 Menschen nimmt man:

  • 100g Schinkenspeck, gewürfelt,
  • 150g TK-Erbsen (oder frische),
  • 150-200ml Sahne,
  • 1 kleiner Zweig Rosmarin,
  • etwa 7 mittlere Blätter Salbei,
  • Salz&Pfeffer,
  • etwas Öl.

Dann geht’s fix:

  • Den Schinken im Öl anbraten,
  • die Erbsen und etwas Sahne zugeben, aufkochen und
  • dann ca. 10 Min. dünsten.
  • Kräuter waschen und hacken.
  • Restliche Sahne und die Kräuter zugeben,
  • mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu passen Penne oder Farfalle, Spaghetti notfalls auch; sommerlicher Rotwein oder Rosé; Parmesan.

Wie ich mal nicht mehr 17 sein wollte

„Feel’s like I’m 17 again“ singt das Radio. „Nee“ denk ich.

Ist es ein gutes Gefühl. Nein, denke ich, ist es nicht. Ich will nicht mehr 17 sein und mich schon gar nicht so fühlen. 17 sein heißt:

  • Zuhause wohnen
  • Kaum Geld haben
  • Damit auch: Keine Reisen
  • Kein ordentlicher Wein, viel Bier
  • Keine Ahnung von guten Cocktails oder Rum
  • Billige Autos
  • Schlechtes Essen
  • Schlecht sitzende Kleidung
  • Wenig Körperbewusstsein
  • Wenig Fitness
  • Kein Internet
  • Techno
  • Fehlende Akzeptanz meiner Musik durch Freunde
  • Kein Sex
  • Keine Partnerschaft
  • Schlechte Kosmetik
  • Hautprobleme

Soll ich weitermachen? Heute esse ich besser, bin besser trainiert, bin finanziell unabhängig, habe regelmäßig Sex, habe alles probiert, was zum erfolgreichen Leben gehört und kann darauf verzichten (teures Essen, teure Hotels, große Autos, teure Kleidung). Und ich stehe zu mir und dem, was ich tue. Das soll ich tauschen? Fragt mich mit 50 noch mal.