Raus, Wandern: Leichte Packliste für Mehrtagestouren – für Einsteiger III

Alle Wetter!

Wir sind also unterwegs sauber und abends adrett bekleidet, was aber fehlt ist Wetterschutz. Natürlich ändert sich da vor allem die Tagesbekleidung, im Sommer habe ich eine andere Basisschicht an, als im Winter.

Exkurs: Ich trage immer lange Hosen, aber im Winter ist es eine, die zusätzlich gefüttert ist. Das braucht man in den drei anderen Jahreszeiten natürlich nicht. Im Frühling und Herbst ist oft eine halblange Unterhose unter der Wanderhose. Dafür trage ich fast immer einen Troyer aus Polypropylen, im Sommer ist es nur ein leichtes Lauf-Shirt mit langen Ärmeln und Reißverschlusskragen.

Zurück zum Thema, denn gut ist’s, wenn man unterwegs nicht friert und wenn man sich gegen Regen schützen kann. Und das ist gar nicht mal so schwer.

Die Großen Vier: Wind und Wetter

Auch hier gilt wieder, dass man nicht gleich die ultraleichteste Regenjacke der Welt braucht und sein Konto schwer mit Neuanschaffungen belastet. Oft hat man aus dem Lauf- oder Radbereich etwas zuhause und das reicht erst mal. Auch einen Wärmeschutz (Pulli, Fleecejacke) ist oft vorhanden. Dazu kommt eine lange Unterbüx, Handschuhe, Mütze und Halswärmer. Wer im Hochsommer im Mittelgebirge geht, braucht davon auch eher selten etwas. Letztlich muss man für sich testen, wie man auf Nässe oder Kälte reagiert und danach die Ausrüstung zusammenstellen.

Als Regenschutz nehmen manche einen Poncho, andere nur eine Regenjacke, wieder andere den Schirm und ich gerne alles. Außer dem Poncho.
Ponchos sind natürlich leicht und decken auch den Rucksack mit ab. Atmungsaktiver finde ich sie aber nicht, außerdem flattern sie mir zu sehr und die Beine werden trotzdem feucht, wenn’s von der Wiese hochzieht.
Regenjacken gibt es in allen Preisklassen und allen Varianten. Für eine Tour ohne Zelt etc. brauchen sie aber nicht extra verstärkt an der Schulter zu sein. Die Atmungsaktivität ist da wichtiger, wobei es eine so spezielle Mischung aus richtiger Unterkleidung und Klima benötigt, dass ich manchmal glaube, dass es diese nur im Labor gibt. Soll heißen: ich schwitze nicht viel, aber immer, egal wie gut und teuer die Jacke ist. Momentan nervt mich, dass die Laminierung (also die zusammengeschweißten, atmungsaktiven und wasserdichten Stoffschichten) so schnell brechen und die Jacken grad mal zwei Jahre halten. Vielleicht ändere ich die Meinung noch mal, aber ich würde nicht zu viel Geld für eine Jacke ausgeben, d. h. höchsten 100,- Euro im Schlussverkauf. So eine Jacke wiegt dann 300g im Durchschnitt, wenn sie als leicht gilt. Natürlich gibt es auch Leichteres, dass ist dann oft weniger wasserdicht und/oder deutlich teurer.

Dazu kommt eine Regenhose. Mit schweren Schuhen ist es gut, wenn diese einen Reißverschluss an den Seiten hat, um gut über die Schuhe zu kommen. Aber unsere Schuhe sind ja…? Genau!
Also kann man die ruhig im Discounter kaufen und eher eine dünne Ausgabe. Man braucht keine Taschen und dann wiegt eine leichte ca. 100g. Aber auch die Hose kann aus anderen Sportarten kommen und vorhanden sein. Manch einer verzichtet darauf, weil er in Laufshorts wandert. Auch gut, wäre mir aber zu kalt. Man muss sich selber halt kennen oder kennen lernen. Wandern hilft da ja.

Wie immer gibt es auch bei Regenschirmen spezielle für den Trekkingbereich. Vor allem sind sie erst mal speziell teuer. Wenn es stark windet taugt ein Schirm nicht mehr, sonst ist er der atmungsaktivste und praktischste Wetterschutz. Er schützt den Rucksack und er hilft auch gegen starke Sonne.
Ein großer Kaffeeröster hat manchmal ultra-mini-light Schirme im Angebot, die sind recht praktisch und hübsch, aber so ziemlich jeder Knirps reicht zum ausprobieren.
Eine ebenfalls luftige Alternative, die auch Sonnenschutz bietet, ist ein Hut.
Der Rucksack muss ebenfalls geschützt werden. Neben den teuren Rucksackhauben kann man auch einfach handelsübliche Mülltüten verwenden. Da der Rucksack nicht vor Zeltgestänge geschützt werden muss, brauchen diese nicht mal besonders dick sein. Diese Tüte kommt in den Rucksack, dort hinein alles, was nicht nass werden sollte.
Dermaßen gerüstet sollte Regen also den Spaß nicht mehr mindern.

Der Schutz vor Kälte ist am einfachsten durch ein warmes Oberteil herzustellen. Das kann ein Fleece– oder Polypropylen-Troyer sein, eine Daunen- oder Kunstfaserjacke. Manchen reicht auch eine Windjacke aus dem Laufsport. Die Modellauswahl ist groß, die Preispanne auch. Bedenken sollte man, dass man diese Sachen meist trägt, wenn man sich bewegt, d. h. man braucht gar nicht die Kuschel-Teddyfell-Variante. Im Skibereich heißen die Isolationslagen oft Zwischenschicht, sind gar nicht so dick und schwer und oft günstig.
Bei Daunenjacken muss man beachten, dass sie zwar super isolieren und recht leicht sind, aber oft auch nicht für Feuchtigkeit geeignet, bei Kunstfasern wie Primaloft geht das schon.
Wer warme Beine mag, nimmt statt einer weiteren Hose eine lange Unterhose mit, Long Johns heißt das im Fachgeschäft. Natürlich geht Baumwolle, aber es gibt auch welche aus Merino oder aus Kunstfaser.

Mütze und Handschuhe können sehr leicht sein, etwas wasserabweisend finde ich praktisch. Der Kaffeeröster hat oft günstige, manche nehmen Arbeitshandschuhe aus dem Baumarkt. Viele nehmen ein Halstuch mit, etwa ein Bandana oder einen Schlauchschal wie von Buff. Damit spart man sich vielleicht auch die Mütze.

Die Wörter Kappe und Sonnenbrille lasse ich auch noch fallen, ebenso das Wort Sonnenmilch (die man natürlich in eine Dose umfüllt, weil man sie dann effektiver nutzen kann).

Was hat man jetzt gespart? Der Unterschied von meiner alten Fleecejacke zu einem PP-Pullover sind 350g. Aber ich nehme außerhalb des Sommers gerne eine Daunenjacke mit, die Ersparnis liegt dann nur bei 150g. Die Regenjacken wiegen inzwischen ebenfalls etwa 300g weniger, die Regenhose sogar 400g. Der Müllbeutel als Rucksackschutz bringt noch mal 56g, die Kunstfaser-Unterhose im Vergleich zur Merino-Büx 100g weniger auf die Liste. Außer den Regensachen war kein Neukauf nötig, alles war schon im Haus.

Teil 1: Hygiene/Erste Hilfe
Teil 2: Abendgarderobe/Wechselkleidung
Und demnächst gibt es Teil 4.

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3 Gedanken zu “Raus, Wandern: Leichte Packliste für Mehrtagestouren – für Einsteiger III

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