Raus, Wandern: Pembrokeshire Coast(al) Path im Juli

…that’s the rural charm in the country… (Blur)

Markierung Pembrokeshire Coast Path

Markierung Pembrokeshire Coast Path

Wandern in Great Britain hieß der Plan. Ein längst vergangener Besuch in Wales machte uns das Wandern schwer, dieses öffentliche Wegerecht, die etwas eigenwillige Markierung, das fehlende Kartenmaterial, nun, ja.
An der waliser Küste sollte dies leichter fallen, man muss ja nur der Eichel folgen. Außerdem gab es einen deutschsprachigen Wanderführer zum Weg. All dies sind die Gründe, genau diesen Weg zu wählen.

Caterpillar

Die Raupe Nimmersatt war auch unterwegs.

Die Planung

Hauptsächliche Planungshilfe bei der Etappenwahl war der Wanderführer aus dem Conrad-Stein-Verlag. Ein seltsam gemachtes Buch. Im ersten Teil gibt es eine Übersicht über Wissenswertes, das ist auch ganz gut. Die Etappen sind sehr kurz gewählt, man muss also Etappen kombinieren. Die Beschreibungen des Wegverlaufs sind albern („… gehen sie zu einem Stile, danach kommen noch zwei Stiles, dann ein Viehgitter…“ oder so ähnlich). Die bessere Etappeneinteilung hat Wikipedia oder die englischsprachige Literatur.
Außerdem nutzten wir zwei Karten des Ordanance Survey. Die haben den Vorteil, dass man sie über eine App auch auf dem Smartphone nutzen kann, inklusive Standorterkennung. Super!
Für die Bahnverbindungen kann man den nationalen Zugservice nutzen.
Als Quartiere haben wir häufig Bed & Breakfasts gewählt, Google Maps kennt da erstaunlich viele, es gibt aber in jedem Ort noch mehr. Der Brite schätzt Telefonate, via Mail ging nur wenig.

Bucht. Boot.

Bucht. Boot.

Die besten Quartiere

  • Angle Bay B&B: Äußerst liebevoll mit toller Lage. Leckere hausgemachte Scones.
  • Garn Isaf, Abercastle: ruhig gelegen, ebenfalls sehr liebevoll. Außerdem wohnt hier Amber, eine sehr kuschelige Hütehündin. Gastgeberin Anne ist anscheinend gewohnt, ihre Wandergäste zum nächstgelegenen Pub zu fahren, dort haben diese dann einen vergnüglichen Abend miteinander.
  • Blas at fronlas, Newport: nettes kleines B&B, aber der Garten und das dazugehörige Café! Super.
  • The Druidstone Hotel, Druidstone: Der Garten! Das Restaurant! Die Sicht! Da nimmt man auch ein Bad im Gang auf sich (es gibt auch andere, teurere Zimmer).
  • Fields lodge, Herbrandston: Ausgezeichnet nach einem Regentag. Wer das Zimmer mit externem Bad nimmt, bekommt ein Luxusbadezimmer mit Jacuzzi nur für sich.
Wildpferd am Wegesrand

Wildpferd am Wegesrand

Warum sollte man diesen Weg gehen

  • Die Küste: im Norden wild und rau, im Süden sanfter mit Sandstränden
  • Im Grunde sind es drei Touren: Heidelandschaft, alpine Anstiege und das alles mit Seesicht
  • Man sieht, wo man vorgestern war und übermorgen sein wird
  • Pferde. Kühe. Schafe. Seehunde. Robben. Papageientaucher.
  • Die Waliser sind wahnsinnig liebenswerte Gastgeber. Alle.
  • Das britische Wetter ist gar nicht so schlimm. Zumindest 2017 war es besser als in Deutschland
  • Das britische Essen ist gar nicht so schlimm. Auch hier hat Bio- und Slowfood einen Stellenwert, man nutzt regionale Kräuter und findet Frisches gar nicht schlimm
  • Die Häuschen: die walisischen Häuser waren so hübsch!
Weite, leere Strände sind im Nordteil sehr typisch

Weite, leere Strände sind im Nordteil sehr typisch

Was spricht dagegen

  • Das britische Wetter. Wenn es regnet, dann ergiebig. Außerdem hat man an der Küste immer kräftig Wind
  • Das britische Essen. Wenn man einmal in einem typischen Pub ist, fragt man sich, wie man Pommes und Chicken nuggets versemmeln kann. Apropos Pommes: überall diese Pommes dazu?!
  • Die Häuschen: ein Horror für Hausstaub/Milben-Allergiker. Man will gar nicht wissen, was da noch in den Hauswänden und Kissen alles wohnt
Tenby, Strand mit Burg

Tenby, Strand mit Burg

Würde ich’s noch mal gehen

Ganz klar: nein. Wegen der Allergie.
Sonst ja, aber mit kürzeren Touren. 25 Kilometer sind im Schnitt zu viel, da man doch einige Höhenmeter geht (11.600 auf dem gesamten Weg). 20 Kilometer wären gut.
Außerdem sollte man um Pembroke herum nicht zu viel erwarten, es ist eine Industrielandschaft und leider Petrochemie, was manchmal auch riecht. Im südlichen Teil sind außerdem öfter mal Schießtage des Militärs, dann kommt man nicht an die Küste und es wummert immerzu.
Die übrige Landschaft macht aber alles wieder wett.

Pembroke Castle

Pembroke Castle

Ergänzung

Dies ist unsere Planungsliste (pdf).
Wer wissen möchte, was man so einpacken muss, der kann hier gucken.
Die Anreise erfolgte über Birmingham Airport, es geht aber auch Cardiff. Selbst London ist gut möglich, das ist nur zwei Zugstationen von Birmingham entfernt. Birmingham lohnt sich auch für einen Tag, es gibt ein Grachtenviertel und mit dem Bullring ein überzeugendes Stück zeitgenössischer Architektur.

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Raus, Wandern: Packliste für Wales, B&B-Tour

…she cries more, more more… nee, halt, genau das Gegenteil!

Der nächste Wanderurlaub steht an, es wird der Pembrokeshire Coastal Path, zwei Wochen immer entlang der Küste von Bed & Breakfast zu Bed & Breakfast. Wenn man die Ortsnamen liest, denkt man unwillkürlich an Evelyn Hamann und Loriots Inhaltsangabe. Es wird also wohl eine Gedenktour.

Weil die Anreise mit dem Flugzeug erfolgt entstand der Plan, dass der Rucksack die Handgepäckgröße nicht überschreiten darf. Aber leichten Fußes sollte das möglich sein.
Ich packe also meinen Rucksack und nehme mit:

  • Als Rucksack: Salomon Peak 30, Modell 2015, 485g (vielleicht noch weniger, wenn ich mich traue, zwei Bänder zu entfernen)
  • Sitzkissen, 15g (Komfort, unnötig, aber bleibt)
  • Müllsack, Rossmann 25L, 5g (Liner, Schutz der Kleidung gegen Regen)
  • zwei Softflaschen von Salomon, je 500ml, 32g p. Stück

Soweit der Rucksack nebst Zubehör. Da rein kommt:

  • Regenjacke und -hose von Montane, 299g und 310g (viel zu schwer und leider noch intakt)
  • Buff (58g), Handschuhe (42g), Mütze (25g), weil ich so leicht friere
  • No-Name-Fleecepulli zur Isolation (204g)

Das ist natürlich nur der Wetterschutz. Es gibt auch Abendgarderobe (Achtung, hier nur als Komfortfraktion weiterlesen!):

  • Merino-Longsleeve Devold 148g
  • Sneakersocken, No-Name, 24g
  • Unterhose Icebreaker 37g
  • Nomaquito Aqua-Schuhe 159g + Tasche 19gGefrierbeutel 3L 4g
  • Boxershorts C&A (als Schlafanzug), 79g
  • Longsleeve C&A (dto.), 167g

Oh, das ist Luxus, ich weiß… fehlt noch Hygiene und Erste Hilfe:

  • Packtasche 13g
  • Deo-Spray umgefüllt 22g
  • Shampoo 80ml (Duschgel trägt meine Frau), 90g
  • Zahnpasta Ajona halbvoll 22g
  • Reisezahnbürste unabgesägt(!) 13g
  • Rasierwasser 10ml 12g
  • Rasiercreme in Dose gefüllt 40ml 58g
  • Pinzette 9g
  • Nagelclipser 13g
  • Palette Ibu 6g, Ceterzin ca. 24g, Blasenpflaster 6g, Desinfektion 10g

Am Flughafen oder in der ersten Stadt werden wir dann nach Einwegrasierer, Papierfeile und Creme schauen. So müsste das alles durch’s Handgepäck kommen. Viel verändert hat sich das Gepäck am Körper, weil ich auf Merino allergisch reagiere:

  • Scarpa Mojito 700g (lauf ich auch im Alltag gerne mit, spart ein Paar Abendschuhe)
  • Mountain Hardwear Trekkinghose 336g (166 sagt der Hersteller
    >:-/, trotzdem eine gute Hose, ich spare damit eine für abends)
  • Calida Unterhemd 101g (T-Shirtform)
  • Outdoor Research Echo Shirt lang 105g
  • Falke TK2 cool 72g
  • Unterhose Icebreaker 37g
  • Käppi Esprit, Sonnenbrille (nicht gewogen)

Außerdem natürlich Mini-Regenschirm, Geld, Karten, Reiseführer, Ladegerät und wichtig: Adapter. Müsste mal jemand wiegen…

Jetzt bin ich nur mal gespannt, wie die Verpflegung in Wales so klappt.

Welche Architektur gucke ich mir an (IV): Tag der Architektur Hannover 2017

#architektur, #tagderarchitektur, #hannover, #hafven, #klagesmarkt

Am 25. Juni 2017 war Tag der Architektur, inzwischen war ich zum 15. Mal mit meiner Frau unterwegs. 15! Krass. Wie jedes Mal schaffen wir eine ganze Menge und konzentrieren uns eher auf allgemeine Gebäude, Einfamilienhäuser sind selten spannend.

Gemeindehaus St Jakobi

Die Jakobi-Gemeinde finde ich unglaublich sympathisch, ich war dort schon als Blechbläser und Chorsänger aktiv. Toller Kirchenmusiker, tolle Kirche, toller Stadtteil, seltsames Gemeindehaus. Also das alte. Das war aus den 60ern, riesengroß und duster. Nun ist es klar strukturiert, hell und schick. Es gibt einige nette Ideen, um den verschiedenen Gemeindeansprüchen gerecht zu werden. Gut so.
Die Stadt hat sogar die Straße neu gemacht und dem ebenfalls neu gemachten Vorplatz angepasst. So ist ein tolles Ensemble entstanden! Die Probleme Schallschutz und P.A.-Technik wurden wie immer nicht richtig beachtet, der Schallschutz nachgerüstet und die Technik… O.K., sagen wir, der Nutzer hat halt entschieden.

Hinweis Tuer zu im Gemeindehaus

So sieht eine freundliche Erinnerung bei Kirchens aus.

Wohnkrone

Wo kann man in der Stadt noch bauen? Auf den Parkhäusern, Kaufhäusern usw. An der Wohnkrone sieht man, wie unsinnig das sein kann. Es war ein recht luftiger Tag, trotzdem hing ein dezenter Benzingeruch in der Luft. Das wird im heißen Sommer bestimmt spitze, der Duft, der schwarze Asphaltbelag als Weg zu den Wohnungen, die Leichtbauweise. Dazu der aparte Blick auf die Klimaanlagen und Lüftungen der umgebenden Gebäude und deren beständiges Rauschen. Da ist es fast schon egal, wie winzig die Wohnungen sind, mit den verschnittenen Grundrissen und der offenen Wohnküche. Lieber ein Bild von Jaques Gassmann aus dem Gemeindehaus:

Bild von Jaques Gassmann

Jaques Gassmann

Klagesmarkt

Der Klagesmarkt ist so eine Stelle, wo man mitten in der Stadt bauen konnte. Es war ein großer, düsterer Parkplatz. Klugerweise hat man beschlossen, dass hier sozialer Wohnungsbau statt finden soll und außerdem die Auflage gemacht, verschiedene Haustypen mit verschiedenem Klinkerblendwerk zu versehen. So sieht es jetzt aus, wie gewachsen und halt nicht wie ein Riesenblock. Es gibt ein inklusives Wohnprojekt, altersgerechtes Wohnen, ein Café und eine KiTa. Ein Innenhof verbindet alle. Wirklich schick und mein persönliches Highlight 2017.

Detail einer Schallschutzwand

Schallschutzwand in der KiTa

hafven

Oh, je, wo fang ich nur an. Also: Eigentlich finde ich die Idee gut, ein CoWorking-Space zu schaffen, Platz für Schreibtischarbeit zu haben und Werkstätten. Der Enthusiasmus der Betreiber und der Architekten ist auch bewundernswert. Der Entwurf ist an sich auch gelungen und sieht noch von außen gut aus.
Aber: Auch wenn man nie fertig ist und immer neue Visionen hat und all das andere, was zum HipsterStartUpBlaBla gehört, muss man sich den Gesetzen der Physik unterordnen. Wenn man fugenlos Beton verbaut und Wasser mit ins Spiel kommt, dann platzt halt was weg. Das mit Bauschaum zu retten ist auch eher DIY und nicht nachhaltig. Später dringen Salze ein, weil man vergessen hat, auf Plätzen und Stufen ein Gefälle einzubauen und dann rostet die Bewehrung. Das Ding ist ein einziger verplanter Baumangel. Noch sprechen Betreiber und Architekten von fruchtbaren Konflikten, in 20 Jahren wird das ein prima Rechtsstreit, der allen Beteiligten das Leben versaut. Schon nach einem Jahr sehen die Details schlimm aus.
Exkurs: Hier war alles sooo cool und trendy, das ich nach 10 Sekunden ganz gruselige Gefühle bekam.

Studentenwohnungen

Doch, auch Studenten darf man es nett machen. Gute Details, saubere Verarbeitung, gute Außenanlagen. Netter Abschluss des Tages.

Word besiegen, Formularprobleme lösen

Zum Abschied Karl Klammer winken

So kommentierte Anke Gröner meinen Jubel, ich find’s mehr als passend!

Das Problem: Man will in Word ein Formular erstellen, z. B. für ein Zeugnis und fänd es super, wenn man einmal einen Namen (oder anderen Text) eingibt und dieser erscheint dann automatisch an anderer Stelle im Text UND in der Kopfzeile. Oder Fußzeile. Word stellt sich da etwas an, das Internet sagt, dass das nicht geht und doch geht’s seit Office 2010 für Windows und Office 2016 für Mac eigentlich ganz einfach.

  • Man schaltet die Entwicklertools ein.
  • Man erstellt ein Textfeld im Reiter Entwicklertools -> Textfeld
  • textfeld erstellen word

  • In den Optionen (Klick rechts -> Eigenschaften) wählt man einen Namen für das Feld aus und zudem den Haken für „Bei Verlassen berechnen”.
  • Nun muss man einen Querverweis auf dieses Feld setzen, an der Stelle, an der der Text auftauchen soll. Dies findet man unter dem Reiter Einfügen -> Verknüpfungen. Es öffnet sich ein Fenster mit Optionen, hier wählt man Textmarke und den Namen des oben erstellten Feldes.
  • So weit ist es oft beschrieben. Nun aber soll es ja auch in der Kopfzeile auftauchen. Dazu benötigt das Textfeld eine eigene Formatierung. Also flugs in den Reiter Start und den Bereich Formatvorlagen geöffnet.
  • Man markiert das Textfeld und erstellt eine neue Formatvorlage. Wie immer kann man allerlei auswählen an Schriftart, -größe, -farbe undundund, aber uns interessiert vor allem das Feld Formatvorlagentyp. Wenn man „Zeichen” wählt, überträgt er später nur das markierte Wort!
  • Gut, jetzt aufpassen, dass die Formatierung wirklich für das Textfeld ausgewählt ist, dann aktiviert man die Kopfzeile. Hier kann man „Feld” auswählen und erhält wieder automatisch ein Auswahlmenü.
  • Aus „Kategorien” wählt man „Verknüpfungen und Verweise”, aus „Feldnamen” dann ”StyleRef”, nimmt noch die Optionen mit, dort aus dem Reiter ”Formatvorlagen” den Titel der Formatvorlage des Textfeldes. Unbedingt „Hinzufügen” drücken und dann mit OK einfügen. Nochmal OK drücken, um das Feld zu verlassen.
  • Wenn man jetzt die Kopfzeilenbearbeitung schließt und unter Entwicklertools „Formular schützen” wählt, passiert die Magie: Man gibt in das Textfeld einen Text ein, verlässt es mit Enter oder Tab und überall wo man will erscheint der Text. Und das geht auch mit einem Datum.

Raus Wandern: Packliste, die Xte.

Es geht immer weiter!

Weniger geht immer. Vor allem, wenn man quasi nur spazieren geht, also vom Hotel ins Café und weiter ins Gästehaus. Also.

  • Basics
    • Wanderhose, Merino-Langarmshirt, Unterhemd (neu, gegen Pickel am Bauch vom Merino), Unterbüx, Socken, Wanderstiefel (die neuen leichten). Nix besonderes also. Nicht bewährt hat sich mein Lieblingsfleece. Ich brauch eine Primaloftjacke, ganz klar.
  • Isolation- und Wetterschutz
    • Regenjacke und -hose bleiben. Zu schwer, aber noch gut. Toll: Regenschirm und Mülltüte im Rucksack als Regenschutz. Die Daunenjacke, tja, die fehlt noch. Handschuh, Mütze und Buff brauch ich irgendwie immer.
  • Abend- und Nachtwäsche
    • Abends: Pulli, Unterhemd, Socken und Unterbüx bleiben. Hose brauch ich nicht mehr, die Taghose lässt sich schnell waschen. Gut: Die leichten biegbaren Badeschuhe.
    • Nachts: Die Shorts von C&A sind gut, ein T-Shirt ist mit zu wenig. Lang muss es sein. Hilft ja nix.
    • Weggelassen: Ersatzunterbüx, unbedingt wichtig: lange Unterbüx!
  • Technik, Erste Hilfe und Bad
    • Technik ist schnell: Telefon, Ladekabel, fertig. Outdooractive-App taugt für alles!
    • Bad: Eigentlich kann man überlegen, was mit ins Handgepäck dürfte und das packt man ein. Super: die Deolösung, Shampoo und Duschgel ist bewährt, 2-Klingen-Rasierer und -creme auch. Neu: Nagelklipser reicht. Unnütz: Kompressen und Rollenpflaster (aber das ist schon 1. Hilfe).
  • Und sonst?
    • Nix.

Raus Wandern: Moselsteig im April

Einfach mal weiter gehen.

Das war sie, die bisher längste Tour! 300km in 14 Tagen von Trier nach Koblenz. Und es hat Spaß gemacht.
Der Moselsteig startet eigentlich in Perl, dazu reichten die Osterferien aber nicht. Auf 24 Etappen kommt man von Perl bis Koblenz-Güls und mit der entsprechenden Erweiterung, die beim Moselsteig Zuweg heißt, auch bis zum Deutschen Eck, wo sich Mosel und Rhein treffen. Wer dies geht, hat über 365km geschafft.

Moselsteig Markierung

Moselsteig Markierung

Ab Trier startet man entlang der Felsenwege, die auch der Eifelsteig geht. Eine willkommene Erinnerung an den ersten großen Wandersommer vor zwei Jahren. Immer stärker kommt man in die Weinberge, erst über breite, sanfte Wirtschaftswege, spätestens am Calmonter Klettersteig ist es dann steil und wild. Zu Koblenz hin verändert sich die Landschaft wieder, man geht öfter über Hochebenen, weg von der Mosel und durch kleine Schluchten. Es wird schnell deutlich, dass dies kein Weg für den Sommer ist, dann wird es zu heiß. Im Frühjahr oder Herbst hingegen erlebt man die wunderbare Natur und die Weinbergkultur. Grad im Frühjahr ist man schnell mal zwei Wochen vor der norddeutschen Ungemütlichkeit des April geschützt.

blühende magnolie

Blütenpracht

Dabei kommt man immer wieder an kleinen Orten vorbei, mit netten Einkehrmöglichkeiten. Das ist natürlich praktisch, weil man so die Etappen so einteilen kann, wie es der eigenen Kondition entspricht. Eine nette Planungshilfe ist dazu der Leporello aus dem Publicpress-Verlag, bei dem Kilometerangaben abgedruckt sind. Von Trier nach Koblenz kann man es z. B. in 14 Etappen schaffen. Dazu muss man manchmal den Steig verlassen und in entsprechenden Etappenorte einkehren.

Bier im Kloster Machern

Im Kloster Machern

Damit umgeht man einen, wie ich finde, großen Nachteil des Weges: Ich gehe gerne durch Orte, der Steig führt aber fast immer außen rum oder touchiert nur den Ortsrand. Auch den Calmont Klettersteig umgeht die Wegführung, dabei ist das ein spannender und für einen geübten Wanderer gut machbarer Teil.
Ein richtiger Patzer ist die Wegstrecke über den Autobahnrasthof. Es ist nicht nur laut und etwas gruselig unter der Autobahnbrücke herzugehen, vor allem die Wege rund um den Rasthof zeigen deutlich, wie wenig Menschen bereit sind, Geld für die Sanifairangebote auszugeben. Das ist wirklich widerlich. Aber es gibt eine Möglichkeit, dies zu umgehen, dazu geht man den Wirtschaftsweg weiter und geht über eine Brücke über die Autobahn. Das trübt die Gesamtzufriedenheit aber nicht.

Großartige Quartiere auf dem Weg sind:

  1. Gästehaus Petra, Ürzig: Überhaupt Ürzig, was für tolle Läden und Leute. Petra hat zurecht die Nummer 1 der Wanderquatiere auf dem Steig, so eine nette Frau und so ein schönes Quartier!
  2. Piesporter Goldtröpfchen, Piesport: Auch so nette Leute und Weinbauern dazu. Etwas professioneller als Petra und dementsprechend teurer, aber lecker Essen und Wein.
  3. Hotel Klapperburg, Beilstein: Gemütliches Zimmer und prima Frühstück mitten im Ort. Und trotzdem so ruhig. Beilstein ist allerdings etwas komisch, außer der Alten Stadtmauer, in der wir leider nicht essen waren, wirkte die Gastronomie etwas aus der Zeit gefallen.
Steiler Weinhang

Steiler Weinhang

Für das leibliche Wohl muss die Liste erweitert werden, es gab, grad kulinarisch, nur ein oder zwei Aussetzer:

  1. Weingut Wallerath, Schweich: Super Weine, super Restaurant, okaye Gästezimmer. Ein Genuss!
  2. Mönchhof, Ürzig: Weintrinken auf Rat des Apothekers. Lustig da und lecker.
  3. Restaurant Moselschild, Ürzig: Noch so ein Apothekertipp. Pfälzer Spargel, weltklasse.
  4. Straußwirtschaft Renk, Enkirch: Man muss nicht nach Enkirch. Aber man muss in die Straußwirtschaft Renk. Punkt.
  5. In Zell (Mosel) gibt es einen nicht notierten Geheimtipp in der Nähe der Stadtverwaltung.
  6. Onkel Otto, Pommern: Nur Kaffee getrunken, aber gleich wohl gefühlt. Da will ich noch mal hin, essen und schlafen!)
Weinknospe

Hoffnung (oder auch: Der Wein sprießt)

Kurz: Eine tolle Tour, die man nur empfehlen kann. Was man dazu in den Rucksack packt kommt demnächst an dieser Stelle.

2016

Hm, das letzte Mal habe ich darüber 2014 geschrieben. Ich bin ja ein Blog-Profi.

1. Zugenommen oder abgenommen?
Weder noch. Aber immer noch zu wenig.

2. Haare länger oder kürzer?
Weder noch. Die Gehheimratsecken wachsen, der Schnitt passt sich an. Der Lieblingsfriseur redet davon, dass ich immer blonder werde.

3. Mehr bewegt oder weniger?
Mehr. Viel Wandern, Vorbereitungstraining vor dem Laptop zu Youtube-Videos im Keller (Manuels Skigymnastik!).

4. Der hirnrissigste Plan?
Die Bewerbung als Schulleiter. Zum Glück wurde das nix. Jetzt die harte Arbeit aus allen Arbeitsgruppen rauszukommen, die ich betreten habe, um Präsenz und Interesse zu zeigen. Aber insgesamt auf die Füße gefallen.

5. Die gefährlichste Unternehmung?
Einmal über die Alpen. Es gab zwei Stellen, wo mir schwindelig wurde, aber ich habe es geschafft und es war fantastisch.

6. Die teuerste Anschaffung?
Ein neues Dach.

7. Das leckerste Essen?
Die Spaghetti Bolognese auf 3000m Höhe nach 1200m Anstieg. Beste!

8. Das beeindruckendste Buch?
Isabos Pfau. Wobei mich vor allem die Geschichte um die Entstehung und der Erfolg beeindruckt haben, aber das Buch ist auch gut.

9. Der beste Sex?
*hier Tigerlachen einfügen*

10. Der ergreifendste Film?
Hier müsste ein Fernsehfilm stehen, weil ich es kaum ins Kino geschafft habe. Immerhin in „Monsieur Chocolat“ war ich und fand den auch gut.

11. Die beste CD bzw. der beste Download?
Ein Sammlung mit Kammermusiken von Arvo Pärt: „Creator Spiritus“ mit Paul Hillier, Theatre of Voices, Ars Nova Copenhagen u. a.
Außerdem mal wieder ein Elektroalbum, Sinus von Melokind.

12. Das schönste Konzert?
Ich durfte auf dem Opernplatz 100 Bläser dirigieren, während Markus Stockhausen darüber Trompete spielte. Jetzt muss ich nur noch im Lotto gewinnen, dann mach ich das an den Maschteichen mit 500 Bläsern. Tschakka.

13. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Gefühlt mit Schule und Elterngesprächen.

14. Die schönste Zeit verbracht mit …?
…der Frau auf Wanderungen.

15. Vorherrschendes Gefühl 2016?
Erst Erleichterung, in der zweiten Hälfte Stress. Das muss wieder anders werden.

16. 2016 zum ersten Mal getan?
Karriere verweigert. Berge zu Fuß überquert. Einen Urlaub ohne Wandern doof gefunden. Wintergewandert.

17. 2016 nach langer Zeit wieder getan?
Einen alten Freund getroffen, gleich wie damals gefühlt. Bei einem Konzert Posaune gespielt. Einen Tag im Bett verschlumpft.

18. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Die Milbenallergie. Die Zahnprobleme. Das neue Dach.

19. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
„Wir kommen mit weniger auf der Tour aus!“

20. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Die Neugier über eine körperliche Auffälligkeit, die derjenige inzwischen hat erfolgreich behandeln lassen.

21. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der Schnaps auf 3000m, den die Unbekannten mit uns teilten.

22. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Irgendwas romantisches zu meiner Frau wahrscheinlich.

23. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Irgendwas romantisches von meiner Frau wahrscheinlich.

24. 2016 war mit einem Wort …?
Wechselhaft.