Wie Inklusion wirklich ist

Nicht, was sie jetzt denken.

Es ist erst ein paar Tage her, da äußerte ich mich an dieser Stelle bereits zur Inklusion. Um mal einen berühmten Werbeslogan zu variieren: „Die Geschichte der Inklusion ist eine Geschichte voller Missverständnisse.“
Dazu habe ich mal eine kleine Liste vorbereitet:

  • Inklusion bedeutet nicht Integration von Schülerinnen und Schülern mit Handicaps.
  • Inklusion gilt überhaupt nicht nur für behinderte Menschen.
  • Inklusion heißt auch nicht nur zusammen wohnen.
  • Inklusion ist auch nicht überraschend neu, hip, modern, trendy oder linksversifft.
  • Man kann Inklusion nicht einfach mal wieder abschaffen.
  • Es ist keine Inklusion, Gruppen von Gesetzen, wie z. B. Mindestlohn, auszunehmen.

Watt denn nu?

  • Inklusion heißt, dass auch Sie ein Teil der Gesellschaft sind und man ihnen ermöglichen muss, daran teilzuhaben.
  • Ich? Ja, es gilt für Mindeslohnjobber, Alte, Kranke, Junge, Nette, Doofe, Einwanderer, Flüchtlinge und sogar für Manager und Politiker. Auch die dürfen Teil der Menschheit sein. Verrückt, oder?
  • Und das gilt für alle Bereiche des Lebens, auch für Arbeit, Fußball, Freizeit oder Stadtteilfeste.
  • Die Idee ist nicht neu, Jesus sagte ähnliches in der Bergpredigt (bzw. es ist überhaupt seine Grundaussage), auch der Islam, das Judentum, der Humanismus, ach, eigentlich alle finden Solidargemeinschaft ganz gut. Deshalb steht es sogar so in unserem Grundgesetz, man lese da mal die Paragraphen 1-10.
  • Und es gilt weltweit. Also, zumindest bei den Ländern, die die UN-Carta abgezeichnet haben.
  • Diesen Gedanken darf man verbreiten, es tut ganz gut, sich als Teil von etwas zu fühlen. Oder sind Sie gerne ausgegrenzt?

Also, machen auch Sie mit. Sein Sie inklusiv, sein Sie Teil von uns allen.

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„Inklusion nicht effizient“

So betitelt die Hannoversche Allgemeine am 7.6.2018 ein Ergebnis einer Prüfung des niedersächsischen Landesrechnungshof – und in gewisser Weise (s.u.) muss man ihnen sogar recht geben.

Leider bezieht der Rechnungshof es aber darauf, dass die Schulen für Lernhilfe und Emotionale Entwicklung weiterbetrieben werden und damit die Kosten für Förderschullehrer erhalten bleiben bzw. die Stunden im inklusiven Unterricht fehlen. Das sind halt Kosten für das Land.

Effizienz, aus Lehrersicht, sähe anders aus. So könnte man als FörderschullehrerIn an nur einer Regelschule eingesetzt werden und dort nur in zwei bis drei Klassen tätig sein, damit stärker zu den Klassenteams gehören und auch mal in der Pause im Lehrerzimmer sitzen, statt hektisch herumzureisen und das als Vorbereitungszeit laufen zu lassen. Es würde enorm viele Telefonate und E-Mails für Absprachen sparen und vielleicht könnte man auch ein Teamteaching damit dauerhaft in der Pädagogik etablieren und die Stärken der einzelnen Lehrkräfte nutzen.
Man könnte aber auch drastisch Kosten senken, indem man feste pädagogische MitarbeiterInnen in den Klassen einsetzt und damit die vielen z. T. schlecht ausgebildete Einzelfallhelfer sparen, denen man nicht einmal Dienstanweisungen geben darf, weil sie bei einem anderen Kostenträger angestellt sind. Aber das sind Kosten der Region, nicht des Landes.
Man hätte auch, beizeiten, die FörderschullehrerInnen, die in Ruhestand gehen, ersetzen können, weil Inklusion nämlich in erster Linie kein Sparmodell ist, sondern ein Gewinn für die Gesellschaft. Vielleicht ist aber genau das der springende Punkt. Dem Rechnungshof, das liegt wohl in der Natur der Sache, geht es nicht um Gesellschaft, ihm geht es um Zahlen.
Nun kann man den Artikel so deuten, dass man nur die Schwachpunkte aufzeigen und Verbesserungen anregen will. Bei der Nachrichtenlage der letzten Zeit und der propagandistischen Hetzrede einer „alternativen“ Partei befürchte ich aber, das diese Überschrift von vielen anders gedeutet wird.

Es ist einige Zeit her, dass man aufgewogen hat, wie ökonomisch Teile der Gesellschaft sind. Es war wohl in den frühen 90ern, als Peter Singer die Frage stellte, wie Behinderte dem Bruttosozialprodukt dienen. Das Ergebnis kann nur ernüchternd sein und die Beziehung zu den Nationalsozialisten der 30er Jahre ist schnell hergestellt. Letztlich führt es aber zu der Frage, wie ökonomisch Bildung ist oder gar eine ganze Gesellschaft. Wozu braucht man uns eigentlich?

Inklusion heißt alle. Immer. Ja, auch die Flüchtlinge, die Mindestlohnverdiener, die Junkies, die Knasties und halt auch Behinderte, alle. Immer. Weil sie Teil der Gesellschaft sind, genau wie du, genau wie sie. Wer das in Frage stellt, stellt sich selbst in Frage.
Inklusion verursacht erst mal Kosten und das ist in der derzeitig anhaltenden Optimierungslandschaft gar nicht gern gesehen. Besänne man sich auf den sozialen Anspruch unserer Demokratie, hätte man es erst gar nicht so weit kommen lassen dürfen, unsere Gesellschaft in so viele Schichten zu teilen, so viele Menschen von der Teilhabe zu separieren. Diese Rückbesinnung muss man aber wollen und eine Überschrift wie die obige ist damit ein Affront gegen diejenigen, die sich um eine gelingende Inklusion bemühen.
Für die Inklusionsgegener ist es jedenfalls ein willkommenes Argument, die Abschaffung der Inklusion zu fordern. Das ist eine schreckliche Vorstellung, denn, und damit sollen Artikel enden, Inklusion ist ein Gewinn. Für alle. Immer.

CocoonDance: Momentum

Es zuckt noch!

Doch, doch, auch wenn man auf dem Land wohnt erlebt man manchmal Kultur. Dazu muss man zwar in die Stadt fahren, aber es gab einen Anlass und der wurde genutzt.
Es ging in die Eisfabrik, eine Kulturstätte in einer ehemaligen, nun, Eisfabrik. Die Räume wurden schon vor vielen Jahren umgestaltet und dabei nett rau gelassen. Es sieht so aus, wie sich heute die ganzen Burgerbratereien geben.
Gegeben wurde Tanz. Zur Musik eines DJs zuckten drei Körper, bewegten sich, schlängelten, tanzten.
Ich bewundere diese Kulturform, weil ich sie nicht verstehe. Wie probt man so etwa, wie merkt man sich die Choreographie, was ist Improvisation, was festgelegt?

Momentum von CocconDance ließ diese Fragen vergessen. Am Rand der Bühne aufgestellt, fühlte ich mich schnell einbezogen in die Performance. Die drei männlichen Tänzer lagen uns zu Füßen, das Gesicht zum Boden, in ein Tuch gehüllt, man konnte die Gesichter nicht erkennen. Ein sehr dumpfer, pulsierender Beat ließ die Show starten, die Tänzer zuckten, es war nicht ganz klar, ob sexuell konnotiert oder doch eher hospitalistisch geprägt. Später torkelten sie durch den Raum, kämpferisch, trunken, freundschaftlich verbunden. Sie kamen nah, sie verschwanden wieder und immer blieb eine ganz suberversive Form von Angst im Raum, bei den Zuschauern, bei den Tänzern, das war nie ganz klar. War es Volkstanz oder Entführung, man weiß es nicht. Endlich nahmen sie Masken ab, aber verstärkte noch die Unsicherheit, diese Blicke, der direkte Augenkontakt, junge Männer, mit Bärten, Vollbart. Hipster oder Islamist, es konnte alles sein. Sie pumpen, atmen, torkeln, wanken, springen, der Beat dazu dichter, drängender, fordernder, alle wippen mit, die Knie, die Köpfe bis es in einem Schrei endet.

Nach einiger Stille Applaus. Die Tänzer lächelten.

Die Wahlen, die GroKo, Schule und Digitalisierung (again)

Doch, doch, manchmal kann man sich nur wiederholen, grad nach einem Tag wie heute.

Was war passiert? In den letzten Tagen wurde der Vertrag vorgestellt, den die GroKo im Bundestag ausgehandelt hat, außerdem gibt es seit einiger Zeit eine GroKo in Niedersachsen. Konsens aller Gespräche ist, dass die Digitalisierung voran getrieben werden muss, Deutschland, das Land der Dichter und Denker, muss endlich Anschluss ans Internetz kriegen und das vor allem in der Bildung, d. h. in Politikerdeutsch: in den Schulen.

Jetzt ist im verlinkten Artikel schon alles gesagt worden, geändert hat sich seitdem nichts. Da aber auch die Didacta, Deutschlands große Schulmesse, statt findet, kann man sich mal mit dem Allheisbringer der Digitalisierung an Schulen beschäftigen und das ist das Smartboard a.k.a. InteractiveBoard oder whatever.

Das Gerät an sich ist recht simpel. Ein übergroßer Monitor zeigt den Schülern das, was sich auf dem angeschlossenen PC befindet. Mit einer speziellen Software kann man dann mit einem Stift oder gar den Fingern den Mauszeiger ersetzen und gaukelt so eine Interaktivität vor. Klingt ganz prima und schindet vor allem auf Elternabenden und bei Tagen der Offenen Tür immer noch Eindruck.

Exkurs: So weit dazu, wie digital erfahren „wir“ alle sind. Meine Meinung ist, dass wir über „AOL ist das Internet“ noch nicht heraus sind. WhatsApp, Facebook, aus die Maus.

Die Idee ist, dass Schüler mit dem Board zum einen eine Art Mitbestimmung lernen, indem sie z. B. mit einem iPad und der entsprechenden App via WiFi Kontakt zum Board erhalten und dort für sie freigegebene Inhalte steuern können. So.
Zum anderen können sie natürlich einfach auch ein Geodreieck aufrufen oder einen Zirkel, Inhalte aufdecken, Memory spielen und allerlei andere Spielereien machen. Das klingt in der Theorie auch reizvoll, man könnte jetzt auch vor allem technisch (oder aus Sicht des finanziellen Haushalts einer staatlichen Schule) dagegen argumentieren, das Problem liegt aber ganz woanders.
Denn was lernt man mit diesem Gerät? Den Umgang mit PCs, die Feinheiten von Word oder Excel oder gar die Logik einer Programmiersprache? Eigenverantwortung, selbständiges Denken, Teamfähigkeit, Präsentationsvermögen oder gar Problemlösungsstrategien und Kreativität? Also all das, was für’s Leben wichtig ist? Nein!

Es ist Frontalunterricht 2.0, die alte Kreidetafel im Spielzeuggewand (ein Spielzeug mit einem Gegenwert ab 4000,- Euro!).

Was Schüler aber brauchen ist etwa ganz anderes. Ich möchte jetzt gar nicht die ganzen sozialen Bedürfnisse erwähnen, die Schule abdecken soll, aber jedem sollte klar sein, dass Frontalunterricht nur noch als Ausnahme funktioniert und nicht als Standard. Erinnern Sie sich an ihre Schulzeit und wie bei Ihnen der Wissenserwerb überprüft wurde. Meinen Sie nicht, dass könnte auch anders gehen? Vielleicht mit Aufmerksamkeit und in kleinen Gruppen, ab von der Zentrierung und etwas individueller?
Letztlich ist das etwas, was nicht neu ist. Die Ideen dazu sind 70 Jahre alt, die Erkenntnisse auch. Die Studien dazu sagen seit über 10 Jahren, dass Länder, die so unterrichten erfolgreicher sind, ganz ohne große Technik. Und Digitalisierung heißt nicht nur 1a-Technik. Die hilft uns nur, über WhatsApp längere Videos zu verschicken. Aber Logik vermitteln, Menschenverstand schulen und Denken lernen, das wäre doch mal wieder etwas für das Land der Dichter und Denker.

2017

So, wie war denn 2017?

1. Zugenommen oder abgenommen?
Eher abgenommen, nur leicht, aber es macht mir Sorgen. Guter Vorsatz für 2018: regelmäßig gut essen.

2. Haare länger oder kürzer?
Vorne kürzer, oben länger. Die blonden Strähnen verbreiten sich langsam.

3. Mehr bewegt oder weniger?
Immer mehr, immer mehr Wandern. Hat ja auch zu einem eigenen Wander-Blog geführt.

4. Der hirnrissigste Plan?
Krank in Wales wandern. Gesund in Wales Wandern war aber genau genommen der Plan, also, hm.

5. Die gefährlichste Unternehmung?
Nix.

6. Die teuerste Anschaffung?
Einmal alle Merino-Pullis gegen Baumwolle austauschen, wegen allergischer Reaktionen.

7. Das leckerste Essen?
Hm. Vieles lecker, nix besonderes dabei.

8. Das beeindruckendste Buch?
Beeindruckend, och. Lauter Jasper Ffforde gelesen, die Drachtöterin, Thursday Next, grad die ersten Bände sind da sehr witzig.

9. Der beste Sex?
*hier Tigerlachen einfügen*

10. Der ergreifendste Film?
War der Film über Florence Forster Jenkins dieses Jahr? Den fand ich gut.

11. Die beste CD bzw. der beste Download?
Sophia Ensemble, ein nordisches Vokalensemble.

12. Das schönste Konzert?
Zu Weihnachten mit dem Chor, in dem ich seit diesem Jahr singe. Tolle Leute, großer Spaß.

13. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Mit Schule und Elterngesprächen. Aber ich konnte es über das Jahr abbauen und mache damit weiter, also mit dem Abbauen.

14. Die schönste Zeit verbracht mit …?
…der Frau auf Wanderungen im Chor.

15. Vorherrschendes Gefühl 2017?
Anders als letztes Jahr: erst Stress, dann Erleichterung. So kann das weitergehen.

16. 2017 zum ersten Mal getan?
Den Neffen über’s Wochenende da gehabt. Guter Plan, gerne wieder. Außerdem ein Hochbeet gebaut, dort Kräuter angebaut und getrocknet.

17. 2017 nach langer Zeit wieder getan?
Im Chor gesungen. Gute Sache!

18. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Die Milbenallergie. Die Zahnprobleme. Der Pastorenwechsel in der Gemeinde.

19. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
„Wir kommen mit weniger auf der Tour aus!“

20. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Hm (Vorsatz: mehr schenken!)

21. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Hm (ich brauch ja nix.)

22. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Irgendwas romantisches zu meiner Frau wahrscheinlich.

23. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Irgendwas romantisches von meiner Frau wahrscheinlich.

24. 2017 war mit einem Wort …?
…halt so ein Jahr wie viele.

Word besiegen, Formularprobleme lösen

Zum Abschied Karl Klammer winken

So kommentierte Anke Gröner meinen Jubel, ich find’s mehr als passend!

Das Problem: Man will in Word ein Formular erstellen, z. B. für ein Zeugnis und fänd es super, wenn man einmal einen Namen (oder anderen Text) eingibt und dieser erscheint dann automatisch an anderer Stelle im Text UND in der Kopfzeile. Oder Fußzeile. Word stellt sich da etwas an, das Internet sagt, dass das nicht geht und doch geht’s seit Office 2010 für Windows und Office 2016 für Mac eigentlich ganz einfach.

  • Man schaltet die Entwicklertools ein.
  • Man erstellt ein Textfeld im Reiter Entwicklertools -> Textfeld
  • textfeld erstellen word

  • In den Optionen (Klick rechts -> Eigenschaften) wählt man einen Namen für das Feld aus und zudem den Haken für „Bei Verlassen berechnen”.
  • Nun muss man einen Querverweis auf dieses Feld setzen, an der Stelle, an der der Text auftauchen soll. Dies findet man unter dem Reiter Einfügen -> Verknüpfungen. Es öffnet sich ein Fenster mit Optionen, hier wählt man Textmarke und den Namen des oben erstellten Feldes.
  • So weit ist es oft beschrieben. Nun aber soll es ja auch in der Kopfzeile auftauchen. Dazu benötigt das Textfeld eine eigene Formatierung. Also flugs in den Reiter Start und den Bereich Formatvorlagen geöffnet.
  • Man markiert das Textfeld und erstellt eine neue Formatvorlage. Wie immer kann man allerlei auswählen an Schriftart, -größe, -farbe undundund, aber uns interessiert vor allem das Feld Formatvorlagentyp. Wenn man „Zeichen” wählt, überträgt er später nur das markierte Wort!
  • Gut, jetzt aufpassen, dass die Formatierung wirklich für das Textfeld ausgewählt ist, dann aktiviert man die Kopfzeile. Hier kann man „Feld” auswählen und erhält wieder automatisch ein Auswahlmenü.
  • Aus „Kategorien” wählt man „Verknüpfungen und Verweise”, aus „Feldnamen” dann ”StyleRef”, nimmt noch die Optionen mit, dort aus dem Reiter ”Formatvorlagen” den Titel der Formatvorlage des Textfeldes. Unbedingt „Hinzufügen” drücken und dann mit OK einfügen. Nochmal OK drücken, um das Feld zu verlassen.
  • Wenn man jetzt die Kopfzeilenbearbeitung schließt und unter Entwicklertools „Formular schützen” wählt, passiert die Magie: Man gibt in das Textfeld einen Text ein, verlässt es mit Enter oder Tab und überall wo man will erscheint der Text. Und das geht auch mit einem Datum.

2016

Hm, das letzte Mal habe ich darüber 2014 geschrieben. Ich bin ja ein Blog-Profi.

1. Zugenommen oder abgenommen?
Weder noch. Aber immer noch zu wenig.

2. Haare länger oder kürzer?
Weder noch. Die Gehheimratsecken wachsen, der Schnitt passt sich an. Der Lieblingsfriseur redet davon, dass ich immer blonder werde.

3. Mehr bewegt oder weniger?
Mehr. Viel Wandern, Vorbereitungstraining vor dem Laptop zu Youtube-Videos im Keller (Manuels Skigymnastik!).

4. Der hirnrissigste Plan?
Die Bewerbung als Schulleiter. Zum Glück wurde das nix. Jetzt die harte Arbeit aus allen Arbeitsgruppen rauszukommen, die ich betreten habe, um Präsenz und Interesse zu zeigen. Aber insgesamt auf die Füße gefallen.

5. Die gefährlichste Unternehmung?
Einmal über die Alpen. Es gab zwei Stellen, wo mir schwindelig wurde, aber ich habe es geschafft und es war fantastisch.

6. Die teuerste Anschaffung?
Ein neues Dach.

7. Das leckerste Essen?
Die Spaghetti Bolognese auf 3000m Höhe nach 1200m Anstieg. Beste!

8. Das beeindruckendste Buch?
Isabos Pfau. Wobei mich vor allem die Geschichte um die Entstehung und der Erfolg beeindruckt haben, aber das Buch ist auch gut.

9. Der beste Sex?
*hier Tigerlachen einfügen*

10. Der ergreifendste Film?
Hier müsste ein Fernsehfilm stehen, weil ich es kaum ins Kino geschafft habe. Immerhin in „Monsieur Chocolat“ war ich und fand den auch gut.

11. Die beste CD bzw. der beste Download?
Ein Sammlung mit Kammermusiken von Arvo Pärt: „Creator Spiritus“ mit Paul Hillier, Theatre of Voices, Ars Nova Copenhagen u. a.
Außerdem mal wieder ein Elektroalbum, Sinus von Melokind.

12. Das schönste Konzert?
Ich durfte auf dem Opernplatz 100 Bläser dirigieren, während Markus Stockhausen darüber Trompete spielte. Jetzt muss ich nur noch im Lotto gewinnen, dann mach ich das an den Maschteichen mit 500 Bläsern. Tschakka.

13. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Gefühlt mit Schule und Elterngesprächen.

14. Die schönste Zeit verbracht mit …?
…der Frau auf Wanderungen.

15. Vorherrschendes Gefühl 2016?
Erst Erleichterung, in der zweiten Hälfte Stress. Das muss wieder anders werden.

16. 2016 zum ersten Mal getan?
Karriere verweigert. Berge zu Fuß überquert. Einen Urlaub ohne Wandern doof gefunden. Wintergewandert.

17. 2016 nach langer Zeit wieder getan?
Einen alten Freund getroffen, gleich wie damals gefühlt. Bei einem Konzert Posaune gespielt. Einen Tag im Bett verschlumpft.

18. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Die Milbenallergie. Die Zahnprobleme. Das neue Dach.

19. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
„Wir kommen mit weniger auf der Tour aus!“

20. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Die Neugier über eine körperliche Auffälligkeit, die derjenige inzwischen hat erfolgreich behandeln lassen.

21. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der Schnaps auf 3000m, den die Unbekannten mit uns teilten.

22. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Irgendwas romantisches zu meiner Frau wahrscheinlich.

23. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Irgendwas romantisches von meiner Frau wahrscheinlich.

24. 2016 war mit einem Wort …?
Wechselhaft.

Nachtrag Digitalisierung

Für fünf Milliarden mach ich das!

Nachdem bekannt wurde, dass fünf Milliarden für die Digitalisierung der Schulen in Deutschland bereit gestellt werden sollen, bilden sich zwei Meinungen heraus. Auf Seiten der LehrerInnen gibt es den Wunsch, erst mal dringendere (wortwörtlich gemeinte) Baustellen anzugehen. Dies wiederum führt zu Verwunderung, grad im Lager der IT-Spezialisten, für die digitale Bildung natürlich die zeitgemäße, zukunftsweisende Form des Lernens ist.

Ich selbst finde die allzu offene Ablehnung der KollegInnen auch etwas merkwürdig, allerdings verstehe ich, dass man geheizte, saubere Toiletten mit Brille und Deckel durchaus reizvoll findet. Auch die Personalsituation ist verbesserungswürdig. Krankheitsvertretungen gibt es kaum und eine Schule gilt ja schon als gut besetzt, wenn 95% des Unterrichts gedeckt ist. Fachunterricht wird dabei kaum beachtet, wenn’s nur Sportlehrer hat und man eigentlich Musiklehrer bräuchte… na, hauptsache 95%. Mathematiker können bestimmt auch 95% = 100% setzen.
Der anderen Seite könnte man vermittelnd sagen, dass es vor allem an einem Konzept für die Nutzung der fünf Milliarden fehlt und dazu habe ich ein aktuelles Beispiel:

Wir haben vier InteractiveBoards an der Schule. Diese wurden günstig gekauft und aufgebaut, ein Messeangebot. Die PCs wurden von einem Elektro-Lehrgang eines Berufsbildungswerks angeschafft und eingerichtet. Die Auszubildenden kannten sich aber weder mit Schulgewohnheiten aus (Grundschüler sollten nicht überall zugreifen können), noch mit den Eigenheiten eines Smart-Boards. Irgendwann hatten alle die Nase voll, dass man eigentlich nur große Monitore hatten und die mitgelieferten Stifte nicht funktionierten. Die Azubis konnten es nicht lösen, nach einem Jahr durften wir den Vertrag lösen, schauten zu zweit selbst, redeten mehrfach über den Wunsch nach Technikern. Zwei Jahre dauerte dieser Prozess. Heute waren zwei Herren da, die in drei Stunden vier Boards zum Laufen brachten. Einfach so, weil sie Ahnung hatten. Sie bekommen viel Geld dafür und ich finde zurecht. Das nächste Mal können wir sie uns aber erst wieder 2020 leisten. Dafür arbeiten die SchülerInnen halt mit OpenOffice.
Es fehlte uns einfach die Kenntnis über all die Möglichkeiten von PCs und deren Peripherie, über Apps und Programme. Vor allem fehlt die Zeit, diese Kenntnis zu erwerben und zu überlegen, wie wir sie sinnvoll in der Schule einsetzen. Wir sind Lehrer und keine Techniker. Wir werden im Unterricht benötigt und wir haben nur 95% und es ist Erkältungszeit.

Mit Konzept wären fünf Milliarden super aufgehoben in Schulen, vielleicht für Zeugnissoftware, Schulverwaltungssoftware, Lernprogramme, IT-Konzepte und Cloud-Systemen speziell für Schulen. Ich wäre auch bereit, so ein Konzept zu entwickeln und umzusetzen. Aber nur mit einem Büro im Kultusministerium. Dort soll es warme Toiletten geben.

Sie haben die Wahl

Dumm und Dümmer.

Es sind Wahlen. Gejammert wird im Nachgang vor allem, dass die AfD doch SO VIELE Stimmen erhalten hat. Kann man machen, muss man nicht. Denn die Ursache findet sich in den Wahlversprechen. Nein, nicht die Lügen über Steuer, Reichtum, besseres Leben. Na, gut, die natürlich auch, aber halt auch die Versprechen zur Bildung und die lächerliche Umsetzung derselben. Bildung, das heißt für moderne Parteien: Digitalisierung (Magische Wolke und Puff-Geräusche).

Ja, that’s it, hier und da ein Computer, ein Tablet und ein Smartboard in die Klassen gebracht und schon geht die Bildung durch die Decke! So klingt es zumindest in den Wahlprogrammen. Die Wahrheit sieht aber so aus:

  • Der Schulhaushalt ist nicht darauf ausgelegt, eine vernünftige IT anzuschaffen.
  • Hier könnte die Liste zu Ende sein, aber ich kann das ausführen.
  • IT ist weder Lernmittel noch Bauunterhalt. Leasen ist nicht im Haushaltsplan vorgesehen oder genehmigt. Also werden die PCs selten angeschafft und sind schnell veraltet.
  • Ein Wartungstechniker ist schon mal gar nicht vorgesehen. Also hängen gerne mal unbenutzbare Boards an der Wand, die mit einem einfachen USB-Kabel wieder laufen könnten, wenn denn ein Techniker käme, der wüsste, wie man das Ding von der Wand bekäme.
  • Die PCs sind in der Regel viel zu billig eingekauft, weil der oder die Verantwortliche an seine oder ihre Haushalts-PCs denkt. Oder viel zu teuer, weil man sie vom Schulausstatter kauft.
  • Wussten Sie, dass man Software für PCs braucht? Krass, oder?!
  • Oder auch Schutzsoftware. Verrückte Welt.
  • Hier ein Witz: Es soll Server geben. Lustig, oder?
  • Wer kümmert sich eigentlich um die Dinger? Fragen Sie mal jemanden, der in der IT-Branche Geld verdient, ob er für ein Hausmeistergehalt sich zu den oben genannten Bedingungen mit PCs beschäftigen möchte und dazu unentgeltlich noch eine Homepage-AG u. ä. anbieten will.
  • Es ist alles auf Microsoft ausgerichtet. Selbst die lehrerinternen Fortbildungen, die das Land arrangiert, sind von MS gesponsort.
  • Die Schulbuchverlage sind noch gar nicht auf digitale Medien eingestellt. Schulen kaufen zwar viele, viele Bücher jedes Jahr, aber ein PDF davon zu erhalten, mit dem man auf PCs, Tablets oder Boards arbeiten könnte, das ist nahezu unmöglich.
  • Und: Tablets. Kaufen Sie mal welche für eine ganze Klasse und versuchen Sie dann, Software OHNE Kreditkarte zu kaufen. Bei Android. Haha.
  • Apropos Tablets: Ohne WiFi sind die recht nutzlos. Da sind aber Stahlbetonbauten, diese Sache mit den Technikern…
  • Die Telekom hat zwar ein Angebot, dass Schulen recht günstig bis kostenlos ans Netz kommen, aber das schnelle Netz ist oft eher woanders.
  • Die KollegInnen. Ich wurde 2013 noch gefragt, ob ich die Zeugnistexte auf Diskette speichern könne. Die Älteren erinnern sich.
  • Datenschutz: Ich darf Zeugnistexte nicht per E-Mail verschicken, nicht in eine Dropbox packen, nur auf einem PC ohne Internetanbindung schreiben. Aber, hey, Schulen ans Netz!

Kurz: Die digitale Schule ist, leider, noch keine Bildungslösung. Es wird kommen, weil junge KollegInnen nachkommen und die SchülerInnen immer mehr Umgang damit haben. Aber wichtiger wäre vielleicht erst mal Ruhe in der Bildungspolitik, langfristig geplante und sicher umgesetzte Konzepte, gut ausgebildetes, motiviertes, unbelastetes Personal in reichlicher Menge und ein intaktes, freundliches Gebäude. Damit wäre den SchülerInnen schon viel geholfen. Vielleicht kostet das aber zuviel Geld. Vielleicht sogar soviel wie eine Bankenrettung.

P.S.: Es wurden ja 5 Milliarden Euro versprochen für Digitalisierung der Schulen. Das teilen Sie doch mal auf die ca. 50.000 Schulen in Deutschland auf…

Hui, bin ich ein geiler Minimal-Wanderer

Das kannst du auch, wenn du wie ich so supi-töfte alles weggibst und komplett auf digital yoga-veganen lifestyle umstellst! Hier hast du 25 Tipps, was meinst du dazu?

Nein, ich will keine Antwort, wirklich nicht, danke. Es ist so, dass ich im Internet las. Ich weiß, das sollte ich lassen, aber die Farbe musste trocknen, ich fing an zu warten und da war dieser Laptop…

Ich wandere ja ganz gerne und ich verlinke jetzt keinen Beitrag dazu. Beim Wandern überlege ich viel, was ich auf der Tour brauche und was ich trotzdem mitnehme (Spoiler: Oft eine Sigg-Flasche mit leichtem Rotwein und einen Blech-Becher, damit lässt es sich prima picknicken). So lande ich bei allerlei Ultra-light-trekking-Blogs, aber auch bei solchen, die sich mit digitalem Arbeiten oder Minimalismus im allgemeinen beschäftigen. Das sind auch interessante Ideen, rasant ägerlich wurde ich aber nun heute bei zwei Blogs, die ihre kleinen Erkenntnisse als Entdeckung des Jahrtausends anpriesen. Dabei werden winzigste Allgemeinstände in lange, SEO-gepimpte Artikel gepackt und minimal (haha!) variiert immer wieder wiederholt. Ein Beispiel?

  • Start ins minimalistische Leben
  • 25 weitere Tipps, wie Du minimalistischer leben kannst
  • 25 Tipps, wie Du minimalistischer leben kannst (innerhalb einer Stunde)
  • Entrümpeln leicht gemacht
  • Noch mal 25 Tipps, wie Du einfacher leben kannst

Kurz: Kauf nicht jeden Schrott, schmeiß auch mal etwas weg, organisier deinen Kram.

Oder hier:

  • Die ultimative Packliste
  • Mein e-book: Arbeite von unterwegs
  • Die besten Ressourcen und Tools für die Arbeit von unterwegs
  • Erste Schritte, wie Du als Digital Nomad arbeitest

Ich habe alles etwas abgeändert, wegen Urheberrecht und so.
Was nervt mich so?

  1. Das duzen. Sie mich auch, danke.
  2. Dieses Bohai um nix (Ein aufgeräumter Desktop hilft dem Geist sich zu sortieren. Achwas?!).
  3. Der Anspruch auf Endgültigkeit: ultimativ? die besten? Für wen, was und warum? Für mich war viel Schrott dabei.
  4. Keine Packliste, kein Tipp ist wirklich minimalistisch, ressourcenschonend oder nachhaltig! Dinge werden ersetzt durch andere Dinge. Die Plattensammlung durch Streaming, die Stereoanlage durch Sonos, die Bücher durch E-Reader (immer den neuesten, leichtesten). Die Kleidung durch High-End-Trekking-Stuff. Ständig wird alles auf das neueste Produkt aktualisiert.
  5. Alles ist nichts ohne die richtige Marke. Welche? Klar, Nike, Apple, NorthFace, … Kein Wort von No-Name-Produkten. Höchstens etwas H&M oder Aldi, um zu zeigen, dass man auch anders kann.
  6. Leichter reist es sich ohne Bargeld, die Werbung für die Kreditkarten-Bank hingegen ist nur schlecht bis gar nicht versteckt.
  7. Die Glückskeks-Sprüche.
  8. Dass man natürlich noch seine Homebase in BerlinHamburgMünchen hat. Woanders kann man ja gar nicht minimal leben, weiß man ja.
  9. Alle Reisen und Wanderungen sind immer spektakulär. Nicht nur eben grad durch den Harz, nein, in drei Tagen über die Alpen, durch den Himalaya oder irgendwas in Singapur. Und immer so nah an den Menschen und gar nicht wie ein Tourist!
  10. Minimal ist nur, wer auch alles andere macht: Yoga, vegan leben undundund. Hm.
  11. Immer diese Pseudofragen, um die Kommentare vollzubekommen. Oder was meinen Sie dazu?

So, die Farbe ist trocken, ich muss weitermachen. Selber Wände streichen, es ist so entspannend, dass MUSST du auch mal machen. Die Musik streamt dazu auf meine Minimal-Linn-Anlage und die neue Minimal-Malerrolle trägt ein Minimal-Weiß auf, wie es nur Caparol hinbekommt. Danach gleich ein Gläschen veganen Veneziano, man muss sich schließlich auch mal etwas gönnen.

 

Nachtrag Punkt 12, apropos etwas gönnen: Dieses alberne „hihi und auf *ErsteWeltLifestyleLebensmittel* kann ich dann doch nicht verzichten…“