Einflüsse

Nenne fünf Musikgruppen, die dich musikalisch geprägt haben.

Diese Aufgabe wurde in diesem Tweet gestellt und ich antwortete folgendermaßen:

EAV, Depeche Mode, Kraftwerk, Thievery Corporation, Hilliard Ensemble.

Und ich kann das erläutern.

EAV (Erste Allgemeine Verunsicherung): Musik ist zur Unterhaltung gedacht, da kann man auch mal Quatsch machen. Aber, egal wie man zur Musik steht, man musiziert mit aller Ernsthaftigkeit und größtmöglicher Professionalität. So habe ich EAV erlebt. Viel Unsinn, aber das sehr, sehr gut präsentiert.

Depeche Mode: Ganz anders als die ARD am Samstagabend. Elektronisch, düster. Ich bin erst bei Personal Jesus eingestiegen, war wohl ganz klug. Depeche Mode waren
das Leben jenseits von Formel Eins und Hitparade, weit vor MTV.

Kraftwerk: Kraftwerk waren mit „Model“ in der Hitparade, ich glaube, dass in der gleichen Sendung auch Foyer des Arts waren, mit „Erlangen“. Meine deutschen Depeche Mode und so viel größer. Die Loslösung der Musik von der Person bewundere ich bis heute.

Thievery Corporation: Keine Angst vor Klischees! Wenn sie gut produziert sind und geschmackvoll arrangiert! Dann etwas stilvollen Vortrag dazu, dann muss man die Musik gar nicht neu erfinden. Das kann man auch in andere Auftrittsformate übertragen.

Hilliard Ensemble: Reine Perfektion. Liebe zum Detail. Aufhören können. (Vielleicht schaffe ich zumindest das.)

Zum Glück wurde nach Gruppen gefragt, bei Solokünstlern würde mit die Auswahl wirklich schwerfallen.

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CocoonDance: Momentum

Es zuckt noch!

Doch, doch, auch wenn man auf dem Land wohnt erlebt man manchmal Kultur. Dazu muss man zwar in die Stadt fahren, aber es gab einen Anlass und der wurde genutzt.
Es ging in die Eisfabrik, eine Kulturstätte in einer ehemaligen, nun, Eisfabrik. Die Räume wurden schon vor vielen Jahren umgestaltet und dabei nett rau gelassen. Es sieht so aus, wie sich heute die ganzen Burgerbratereien geben.
Gegeben wurde Tanz. Zur Musik eines DJs zuckten drei Körper, bewegten sich, schlängelten, tanzten.
Ich bewundere diese Kulturform, weil ich sie nicht verstehe. Wie probt man so etwa, wie merkt man sich die Choreographie, was ist Improvisation, was festgelegt?

Momentum von CocconDance ließ diese Fragen vergessen. Am Rand der Bühne aufgestellt, fühlte ich mich schnell einbezogen in die Performance. Die drei männlichen Tänzer lagen uns zu Füßen, das Gesicht zum Boden, in ein Tuch gehüllt, man konnte die Gesichter nicht erkennen. Ein sehr dumpfer, pulsierender Beat ließ die Show starten, die Tänzer zuckten, es war nicht ganz klar, ob sexuell konnotiert oder doch eher hospitalistisch geprägt. Später torkelten sie durch den Raum, kämpferisch, trunken, freundschaftlich verbunden. Sie kamen nah, sie verschwanden wieder und immer blieb eine ganz suberversive Form von Angst im Raum, bei den Zuschauern, bei den Tänzern, das war nie ganz klar. War es Volkstanz oder Entführung, man weiß es nicht. Endlich nahmen sie Masken ab, aber verstärkte noch die Unsicherheit, diese Blicke, der direkte Augenkontakt, junge Männer, mit Bärten, Vollbart. Hipster oder Islamist, es konnte alles sein. Sie pumpen, atmen, torkeln, wanken, springen, der Beat dazu dichter, drängender, fordernder, alle wippen mit, die Knie, die Köpfe bis es in einem Schrei endet.

Nach einiger Stille Applaus. Die Tänzer lächelten.

Kleine Musikstunde: Tonleitern und ABC

Folgendes:

  

So, 10.45 Uhr, Unterrichtsbeginn, Ruhe jetzt, auch dahinten!

Diese Frage hat uns ein kluger Schüler gestellt, ja, auch Erstklässler dürfen so etwas fragen und darauf Antwort erhalten. Nicht tuscheln, ich höre das!

Ich versuch es mal, einfach zu halten.

  1. Wie die Schrift hat sich auch die Notation entwickelt. Das ist lange her, über 1500 Jahre. Damals hat man vor allem versucht, die Kirchengesänge zu notieren und, weil alles auf Latein war, hat man auch für die Notennamen lateinische Begriffe verwendet. Außerdem hatte man viel mehr Tonleitern als das heutige Dur und moll. Es gab also ein b rotundum, das „weiche“ b, welches geschrieben einem h sehr ähnelte. Wenn man jetzt als Ausgangston ein a nimmt hat man a b c d e f g. Nur fanden alle Deutschen, Slawen und Skandinavier, dass das b doch sehr wie ein h aussähe und machten daraus a h c d e f g. Später wurden daraus die Stammtöne c d e f g a h. Der Brite indes kümmerte sich nicht darum und blieb beim b.
  2. Warum aber geht es nicht weiter? Nun, der Herr Pythagoras, manch einer erinnert sich an den Satz mit den Quadraten, hat entdeckt, dass sich gewisse Schallwellen überlagern. Obertonreihe nannte er das und man kann es bei einer Gitarre ganz prima demonstrieren: Drückt man eine Saite genau auf der Hälfte ab, erklingt die Oktave, d. h. der Ton wiederholt sich, aber höher klingend. Darum ist nach a b c d e f g auch Schluss und man fängt wieder von vorne an.

O.K., das könnte man jetzt irrsinnig vertiefen, aber es soll ja für das einfache Verständnis reichen. Einsprüche anyone?

Was ein guter Name für ein Blechbläserensemble ist (II)

Allgemein Blaeserey

Wenn man viel Alte Musik spielt, Renaissance etwa und Barock. Wenn Mozart zu katholisch und zu modern ist. Wenn man keine Hemmungen hat, mit Blockflöten, Sackbuts und Zinken zu musizieren. Ein Name für ein Ensemble um Scheidt, Schein und Schütz. Für mehr colla parte.

Allgemein: für die kundige Bläserei.

Nur halt so geschrieben, wie man es tat, als es noch keine neue Rechtschreibung gab. Es sey.