Raus Wandern: Moselsteig im April

Einfach mal weiter gehen.

Das war sie, die bisher längste Tour! 300km in 14 Tagen von Trier nach Koblenz. Und es hat Spaß gemacht.
Der Moselsteig startet eigentlich in Perl, dazu reichten die Osterferien aber nicht. Auf 24 Etappen kommt man von Perl bis Koblenz-Güls und mit der entsprechenden Erweiterung, die beim Moselsteig Zuweg heißt, auch bis zum Deutschen Eck, wo sich Mosel und Rhein treffen. Wer dies geht, hat über 365km geschafft.

Moselsteig Markierung

Moselsteig Markierung

Ab Trier startet man entlang der Felsenwege, die auch der Eifelsteig geht. Eine willkommene Erinnerung an den ersten großen Wandersommer vor zwei Jahren. Immer stärker kommt man in die Weinberge, erst über breite, sanfte Wirtschaftswege, spätestens am Calmonter Klettersteig ist es dann steil und wild. Zu Koblenz hin verändert sich die Landschaft wieder, man geht öfter über Hochebenen, weg von der Mosel und durch kleine Schluchten. Es wird schnell deutlich, dass dies kein Weg für den Sommer ist, dann wird es zu heiß. Im Frühjahr oder Herbst hingegen erlebt man die wunderbare Natur und die Weinbergkultur. Grad im Frühjahr ist man schnell mal zwei Wochen vor der norddeutschen Ungemütlichkeit des April geschützt.

blühende magnolie

Blütenpracht

Dabei kommt man immer wieder an kleinen Orten vorbei, mit netten Einkehrmöglichkeiten. Das ist natürlich praktisch, weil man so die Etappen so einteilen kann, wie es der eigenen Kondition entspricht. Eine nette Planungshilfe ist dazu der Leporello aus dem Publicpress-Verlag, bei dem Kilometerangaben abgedruckt sind. Von Trier nach Koblenz kann man es z. B. in 14 Etappen schaffen. Dazu muss man manchmal den Steig verlassen und in entsprechenden Etappenorte einkehren.

Bier im Kloster Machern

Im Kloster Machern

Damit umgeht man einen, wie ich finde, großen Nachteil des Weges: Ich gehe gerne durch Orte, der Steig führt aber fast immer außen rum oder touchiert nur den Ortsrand. Auch den Calmont Klettersteig umgeht die Wegführung, dabei ist das ein spannender und für einen geübten Wanderer gut machbarer Teil.
Ein richtiger Patzer ist die Wegstrecke über den Autobahnrasthof. Es ist nicht nur laut und etwas gruselig unter der Autobahnbrücke herzugehen, vor allem die Wege rund um den Rasthof zeigen deutlich, wie wenig Menschen bereit sind, Geld für die Sanifairangebote auszugeben. Das ist wirklich widerlich. Aber es gibt eine Möglichkeit, dies zu umgehen, dazu geht man den Wirtschaftsweg weiter und geht über eine Brücke über die Autobahn. Das trübt die Gesamtzufriedenheit aber nicht.

Großartige Quartiere auf dem Weg sind:

  1. Gästehaus Petra, Ürzig: Überhaupt Ürzig, was für tolle Läden und Leute. Petra hat zurecht die Nummer 1 der Wanderquatiere auf dem Steig, so eine nette Frau und so ein schönes Quartier!
  2. Piesporter Goldtröpfchen, Piesport: Auch so nette Leute und Weinbauern dazu. Etwas professioneller als Petra und dementsprechend teurer, aber lecker Essen und Wein.
  3. Hotel Klapperburg, Beilstein: Gemütliches Zimmer und prima Frühstück mitten im Ort. Und trotzdem so ruhig. Beilstein ist allerdings etwas komisch, außer der Alten Stadtmauer, in der wir leider nicht essen waren, wirkte die Gastronomie etwas aus der Zeit gefallen.
Steiler Weinhang

Steiler Weinhang

Für das leibliche Wohl muss die Liste erweitert werden, es gab, grad kulinarisch, nur ein oder zwei Aussetzer:

  1. Weingut Wallerath, Schweich: Super Weine, super Restaurant, okaye Gästezimmer. Ein Genuss!
  2. Mönchhof, Ürzig: Weintrinken auf Rat des Apothekers. Lustig da und lecker.
  3. Restaurant Moselschild, Ürzig: Noch so ein Apothekertipp. Pfälzer Spargel, weltklasse.
  4. Straußwirtschaft Renk, Enkirch: Man muss nicht nach Enkirch. Aber man muss in die Straußwirtschaft Renk. Punkt.
  5. In Zell (Mosel) gibt es einen nicht notierten Geheimtipp in der Nähe der Stadtverwaltung.
  6. Onkel Otto, Pommern: Nur Kaffee getrunken, aber gleich wohl gefühlt. Da will ich noch mal hin, essen und schlafen!)
Weinknospe

Hoffnung (oder auch: Der Wein sprießt)

Kurz: Eine tolle Tour, die man nur empfehlen kann. Was man dazu in den Rucksack packt kommt demnächst an dieser Stelle.

Raus Wandern: Deo reduzieren

Ganz ohne ist auch nicht schön.

Natürlich konnte man hier schon mal lesen, was man am Rucksackgepäck bei Wandern einsparen kann. Bei Deo hört der Spaß allerdings auf – zumindest für die Wanderbegleitung. Trotz abendlichen Duschens geht’s irgendwie nicht ohne. Nun hat man mehrere Möglichkeiten, wie man dabei Gewicht und Packmaß spart:

  • Man kümmert sich gar nicht um Gewicht und Packmaß und nimmt die gewohnte Deo-Dose mit 25% Extra mit. Na, ja. Gewicht: weit über 100g.
  • Man nimmt einen Deostick, der wesentlich effektiver ist als Spraydosen, und den auch nur halbvoll. Dann kann man ihn immer noch mit der Reisebegleitung teilen, falls man mit dieser auch andere Dinge teilt. Gewicht ca. 80g.
  • Man kauft im Drogerie- oder Supermarkt Reisegrößen. Spray ist dabei weniger ergiebig ein Roller. Lustigerweise gibt es Glasfläschchen als Reisegröße. Gewicht: 40-120g.
  • Man nimmt einen Tropfen Dr. Bronners Allzweckseife (Parfümerie), feuchtet ihn an und verreibt ihn unter den Achseln. An sich ganz gut, weil man die Seife in eine kleine Flasche umfüllen kann und außerdem Shampoo, Duschgel, Waschmittel u.ä in eins hat. Nachteil: Bei mir funktioniert’s nicht. Gewicht: Je nach Flasche 20-40g.
  • Man kauft beim Blechinstrumentenbauer Slide-o-mix 10ml Wasserflaschen (10g) und füllt sein Lieblings-Bio-Deo rein. Reicht fü ca. 100 Anwendungen und man riecht, wie gewohnt. Gewicht: 22g.

Na, was ist wohl meine Wahl?

Wunschpackliste Komfortwandern

Ich mag halt eine warme Dusche und ein warmes Essen am Abend. Und das kuschelige Bett in der Nacht.

Es ist nicht ultralight, aber immerhin leichter als manches, was man so auf den Straßen Wegen sieht. Für alle, die auf markierten Wegen am Ende einer Etappe in Jugendherberge, Gasthaus oder Hotel landen ist das hier eine Möglichkeit, abends den Ort oder das Restaurant ohne verspannten Nacken zu genießen.

Einige Punkte sind Wünsche oder Ideen, die ich so noch nicht probiert habe, aber in der Phantasie schon gut funktionieren. Sie sollen vor allem das Packmaß reduzieren. Ich markiere diese Ideen kursiv. Und natürlich ist alles streng subjektiv.
Für alle angegebenen Marken bekomme ich übrigens nicht einen Pfennig, die Sachen waren halt im Laden erhältlich oder ich bin überzeugt von ihnen. Und deshalb verlink ich auch nix.

Abendgarderobe

Was trag ich im Quartier, im Restaurant und Nachts?

  • Hose: schlicht, grau, leicht. Meine ist eine Mammut-Kletterhose, 249g.
  • Oberteil: Merino, weil’s weniger schnell riecht. Im Sommer Longsleeve in 140er-Qualität (Icebreaker, ca. 120g), im Frühling/Herbst Merino-Pulli (Muji, 216g) und zusätzlich technisches Unterhemd (Calida, 81g).
  • Unterwäsche: Merino-Slip (Icebreaker, 37g)(Boxer wiegen mehr) und Socken: Füßlinge (NoName, 24g) oder Merino (Falke, 41g).
  • Schuhe: Bei Regen draußen meine Wanderschuhe, ohne Regen Aqua-Schuhe, z. B. von Nomaquito (150g). Deutlich leichter und kleineres Packmaß als meine derzeitigen Turnschuhe.
  • Schlafanzug: Kurz aus Seide. Nackt schlafen klingt voll sexy, aber der Zug, der Nacken. Fänd ich besser als Vielleicht Shorts und Baumwoll-Longsleeve, aber ich hab noch nichts gefunden. Ideen anyone?

Drei Päckchen werden das, wenn man’s geschickt rollt. Zur Sicherheit und für Waschtage habe ich noch eine Ersatzunterhose und ein paar Ersatzstrümpfe mit.

Hygiene/Kulturbeutel und Erste Hilfe

Immer schön alle Probefläschchen und -döschen ausspülen und sammeln, dann ist man für alles gerüstet. Hier wird die Gewichtsangabe schwer, weil sich die mit jeder Tour ändert. Je kürzer, je leichter, klar. Es sind also Circa-Werte.

  • Packtasche: EagleCreek, grün, klein (XS glaub ich), leicht (13g)
  • Reisezahnbürste (DM, Rossmann, 13g) und Zahnpasta (Ajona, halbvoll, 20g)
  • Entweder: Dr. Bronners Neutralseife, als Shampoo, Seife, Waschmittel, Rasierseife (60ml, umgefüllt in kleinere Flasche ca. 20g)
  • Oder: Rasierseife in 30ml-Dose umgefüllt (35g), 80ml-Flasche mit Bio-Shampoo (85g), 50ml Flasche mit Waschmittel (52g)
  • Und: Zwei-Klingen-Rasiergriff (19g) mit zwei bis drei Klingen (2g pro Klinge plus Box 7g), 20ml Plastikfläschchen mit Rasierwasser (umgefüllt, halbvoll 12g)
  • Deostick (kein Glas, keine Dose! Isana soft, Rossmann, halbvoll, 70g)
  • Pinzette, auch als Zeckenzange (9g)
  • Nagelpflege (Schere, Feile, 30g), ich nehme keinen Knipser, weil die Schere auch als Verbandsschere taugt
  • Creme (27g)
  • Brotbeutel für Erste-Hilfe-Sachen (1g)
  • Kompressen, Doppelpack (12g)
  • Blasenpflaster (einige kleine, ca. 6g)
  • Selbstklebendes Pflaster von der Rolle: Superzeug, leicht, wasserfest, flexibel, wiederverwendbar, wenn man z. B. die Kompressen fixiert oder ein Gelenk umwickelt und stabilisiert (Apotheke oder PappStar, 9g)
  • Ibuprofen (halbe Palette, 5g), Schmerzmittel
  • Insektengel (Autan akut, 30g), auch zum Kühlen von Beulen oder Prellungen

Das passt alles in die kleine grüne Tasche. Natürlich kommen da noch persönliche Medikamente zu, wär ja doof sonst. Aber das alles reicht für 14 Tage!

Regen- und Kälteschutz

Hier gibt es Glaubensfragen. Es gibt Daunen- und Fleecefans, Poncho-, Regenschirm- und Regenjacken+hose-Enthusiasten. Alles richtig und gut, aber ich mach es so:

  • Fleece-Troyer: aus dem Skibereich und winddicht. Super, weil orange! (NoName, 204g)
  • JoggingRadMTBReitenRegenkombi. China-Ware, ja ich weiß, aber die teuren Jacken und Hosen sind auch nach der dritten Wanderung nicht mehr wasserdicht, trotz leichtem Rucksack ohne Tragegestell. Das kann einfach nicht schlechter sein, hätte ein geringes Packmaß und wäre sehr leicht (z. B. von WestBiking, 299g für Jacke UND Hose)
  • Regenhaube. Wasserdichter Rucksack wäre cooler (45g)

Alles andere ist in den entsprechenden Jahreszeiten am Körper, zählt also nicht zum Rucksackgewicht.

Nahrung, Komfort und weiteres Zubehör

  • Schoki, Nüsse, Müsliriegel, Apfel oder Käse. Je nach Jahreszeit und Hunger. Nicht zuviel, in fast jedem Ort bekommt man ja etwas nach.
  • Wasser. In zwei SoftFlasks in den Taschen an meinem Rucksack (2x17g+1L Wasser: 1034g)
  • Taschenmesser. Mit Korkenzieher (Victorinox, 53g)
  • Reisekissen. Weil fast überall zu kleine Kissen sind (Marmot Strato, 49g)
  • Smartphone, Ladegerät (143g+46g)
  • Geld, Ausweis, EC-Karte (? !), Haustürschlüssel
  • Sitzkissen. Un-ent-behr-lich! (15g)
  • Handtuch: Outdoorhandtücher haben eine seltsame Haptik, deutlich kuscheliger (und deutlich billiger) sind Mikrofaser-Bodentücher aus dem Drogerie- oder Supermarkt. Durch die Saugfähigkeit braucht man etwa ein Viertel eines normalen Duschtuchs (55x60cm, 80g). Wenn man nur in Gasthöfen und Hotels übernachtet fällt es weg.

Das alles sollte in einen 20L-Rucksack passen, in den Salomon Peak 30 (495g) passt es auf jeden Fall. Da passt ja schon meine jetzige Ausrüstung mit den Turnschschuhen und der alten Regenjacke- und -hose rein. Und es sind rund 2 Kilo Gepäck.

Und am Mann

Das geht schnell.

  • Unterbüx (s.o.)
  • Lange Unterbüx im Frühjahr/Herbst (Icebreaker, 249g, im Frühjahr eine leichtere, dünnere)
  • Lange Trekkinghose. Ich rolle im Sommer die Beine hoch, den Reißverschluss, um die Beine zu teilen, haben ich entfernen lassen (Meru, 238g)
  • Shirt. Im Winter Langarm (151g), im Sommer kurz (114g)
  • Hemd, nur im Frühjahr/Winter (Schöffel, 153g)
  • Socken (41g)
  • Schuhe. Ich mag leichte Schuhe mit Schaft, Trailrunner traue ich mich noch nicht (LaSportiva 918g)
  • Taschentuch (17g)

Je nach Jahreszeit kommen dann noch Buff, Mütze, Handschuhe und/oder Sonnenbrille dazu. Tschibo hat demnächst hoffentlich wieder winddichte Laufhandschuhe mit Touchfunktion für’s Natel.
Außerdem mag ich Stöcke, gerne mit festem Band für’s Handgelenk, ordentlichem Korkgriff und am Griff etwas zum Abstützen bergab (Black Diamond, 590g).

Leichter Reisen dank Internettipps

Man muss auch mal etwas gut finden.

Wenn sogar mittelmäßige Deutschrockkapellen zugeben, gerne mit leichtem Gepäck zu reisen, was soll ich mich dagegen wehren? Allerdings meinen es mittelmäßige Deutschrockkapellen eventuell etwas anders als ich.

Nun, im Internet ist nicht alles schlecht, auch wenn ich neulich noch über die Minimal-Reise-Digital-Nomad-Seiten schimpfte. Es gibt dort natürlich auch sinnvolle Tipps, wie man Geld, Platz und Gewicht sparen kann. Vor allem von den Ultra Light Trekkern kann man lernen, die folgenden Sachen habe ich in mein allgemeines Reisegepäck aufgenommen und sie haben sich bewährt. Außer an Gewicht, Platz und Geld zu sparen bieten mir diese Tricks aber vor allem ausreichend Komfort bei Kurzreisen, Proben- oder Seminarwochenenden und Mehrtageswanderungen.

  • Wer öfter so reist, dass er Handtücher mitnehmen muss, hat sich vielleicht schon mal ein Outdoor-Handtuch gekauft. Diese fühlen sich immer seltsam an, so richtig Frottier können sie nicht ersetzen. Einfacher und günstiger sind Bodentücher aus Mikrofaser, mit dicker gewebten Streifen drin rubbeln sie richtig schön über die Haut. Als Duschtuch reicht 50×60 cm, kleinere Spül- oder Haushaltslappen reichen zum Haare trocknen oder Mund abwischen nach dem Zähneputzen.
  • Natürlich nimmt man Reiseduschgels oder Haarshampoos aus der Drogerie. Diese kann man danach aber ausspülen und man füllt sein Lieblingszeug rein. Ich finde Bio-Shampoos besonders gut, denn sie sind ergiebig und man kann sie auch als Duschgel nutzen. Wieder ’ne Flasche gespart.
  • Apropos umfüllen: Bei Männern ist das Rasieren ja so eine Sache. Ich kann nicht ohne, dafür ist mein Bartwuchs zu insular. Also nehme ich meinen Bio-Rasierschaum und fülle den benötigten Inhalt in eine Schaum-Pumpflasche mit 50 ml. Meine gab es bei Muji, Drogerie haben es auch manchmal.
  • Rasierwasser kann man übrigens auch in kleine Plastikfläschchen umfüllen. Oder gar gleich in einen Mini-Parfumzerstäuber.
  • Mir reichen ja inzwischen 2-Klingen-Rasierer, das hat den Vorteil, dass der Griff sehr leicht ist und die Packung mit den Ersatzklingen kleiner. Von den alten Packungen bewahr ich immer eine auf, darin sind die benötigten Klingen für den Reisezeitraum.
  • Sonnenmilch umfüllen geht auch super, dazu nehme ich Filmdosen (oder kleine Creme-Dosen aus der Apotheke). Man kommt besser dran, nutzt auch die Reste, kann es gut reinigen…
  • Außerdem schläft es sich überall besser, wenn man eine gewohntes Kissen hat, bzw. eines, dass das Unterkunftskissen aufpolstert. Dazu finde ich das Marmot Strato Pillow super. Selten so gut geschlafen im Urlaub.

Das Internet rät zu ZipLock-Beuteln statt Kulturtasche, ich habe mir aber doch eine kleine Packtasche gekauft, die war nämlich blickdicht und vor allem leuchtend grün. Ich mag grün.

Raus Wandern: Packliste Alpenüberquerung

Für das Komfortwandererpaar in den 40ern.

Natürlich kann man viel Geraffel mit auf den Berg schleppen, die anderen Hüttengäste haben das hinlänglich bewiesen und der örtliche Outdoorhändler wird seine helle Freude gehabt haben.
Natürlich kann man auch in einem Hauch von Nichts über die Alpen joggen, auch das haben zwei Hüttengäste bewiesen, die den E5 in drei Tagen gemacht haben wollten. Sie hatten an jenem Abend, an dem wir sie sahen die Aufmerksamkeit von allen anderen.

Wir stehen irgendwo dazwischen und das sieht so aus:

  • Rucksack: wir haben noch große (45+10L) schwere Deuter, suchen aber leichte, bequeme kleine (30L), vielleicht von Montane oder Bergans?
  • Schuhe: Wir hatten schwere Bergstiefel von Hanwag, gereicht hätten unsere neuen von La Sportiva. Hauptsache feste Sohle und etwas Halt am Knöchel. Wenn man etwas trittfest ist und keine Probleme mit den Bändern hat reicht’s. Der E5 ist gut angelegt, grad im Sommer braucht man keine Eisen.
  • Stöcke. Die Knie danken’s.
  • Am Körper: Eine Hose (ich lang, ich krempel lieber; meine Frau kurz), T-Shirt (Merino), Socken. Ich trag gerne auch ein Hemd, gegen Sonne, Wind… Außerdem Unterwäsche (Merino).
  • Ein Fleece. Ich hab eines aus dem Skibereich, das ist winddicht und leicht, dafür aber ein Pullover.
  • Regenjacke, Regenhose. Muss sein.
  • Sonnenhut und -brille.
  • Handschuhe, Mütze, Buff. Lange Unterhose, Longsleeve (auch als Nachtwäsche)
  • Ersatz oder für abends: leichte Hose, Poloshirt, Socken, leichte Turnschuhe, Unterhose.
  • Hüttenschlafsack, Mikrofaserbodentuch als Handtuch, Mini-Mikrofasertuch (zum Zähneputzen etc.), aufblasbares Mini-Kissen.
  • Im Kulturbeutel (aufgeteilt auf zwei Personen): 50ml Shampoo, 50ml Duschgel, Rei, Sonnencreme, Zahnseide, Ajona-Zahnpasta, Zahnbürsten, 50ml Rasierschaum, Nassrasierer, 3 Wechselklingen, kleines Töpfchen mit umgefülltem Haarwachs, kleines Spray mit Rasierwasser, Hautcreme, persönliche Hygiene, Pinzette, Feile, Nagelschere.
  • Reiseapotheke: Ibuprofen, Ceterezin, Traumeel, Magnesium, Leukoplast, zwei Kompressen.
  • Außerdem: Reiseführer, Telefon, Ladegerät, Taschenmesser, Wasserblase, Müsliriegel, Cashew-Kerne, Apfel…

Das kann man noch minimieren, aber dann leidet der Komfort (oder der Stil im Gasthof) und so sind wir ohne Vorräte und Rucksack immerhin bei unter 5kg. Und die Sigg-Flasche mit dem Rotwein haben wir schon zuhause gelassen!

Raus Wandern: Von der Tageswanderung zum Trail und zurück

Weniger, mehr und so.

*** Update 21.7.2016 ***

Meine Frau und ich wandern seit 11 Jahren, es war quasi der Beginn unserer Beziehung. Anfangs Tageswanderungen in Südtirol. Das ist einfach: Man braucht stabile Schuhe (Trekkingschuhe), eine kurze Hose, ein T-Shirt, einen Rucksack, eine Regenjacke, eine Wasserflasche und ein belegtes Brötchen. Man geht früh, denn dann ist es kühl, nachmittags kommen in den Bergen die Gewitter, am See im Tal kommt die Eisschokolade.

Wandern in Südtirol hat einen Nachteil. Alle sind extrem schick gekleidet und in den örtlichen Sportläden findet sich auch der Grund. Alles ist extrem schick. Da mussten wir total viel kaufen über die Jahre, das geht ja gar nicht anders.

Für die erste Mehrtagestour hatten wir also alles: ein Daypack, Fleece, Hiking-Boots der Klasse B C/D und functional Shirts, functional Underwear und und und. Tatsächlich haben wir später eine Dreitagestour mit einem Daypack gemacht. Geht.

In Österreich lernten wir ein anderes Wandern kennen, leichter, vor allem mit Kleidung aus Naturmaterial, sprich Merino. Also kauften wir alles noch mal, ist ja klar!

Für den ersten Trail (der Eifelsteig) im letzten Jahr hatten wir dann angeschafft: ein 45+10L Rucksack, Wasserblase, Reisefön, E-Reader und allerlei anderes Gedöns. Dafür, dass wir nur in Jugendherbergen, Gasthäusern und Hotels nächtigten ganz schön viel anderes Gedöns. Aber der 45+10L Rucksack hat ein super Tragesystem.

Nach dieser Tour haben wir uns mit Ultra Light Trekking beschäftigt. Aus Gründen. Das hat zwei Seiten: Man reduziert sein Material auf das, was nötig ist. Tolle Sache, Gewicht und Packvolumen haben sich bei uns, fast nur aus Beständen auf die Hälfte verringert. Wahre Freaks reduzieren aber soweit, dass sie wieder Platz haben für das ultraleichte MacBook und die leichteste Systemkamera. Dafür sägt man dann an Zahnbürsten herum. Das ist dann wieder etwas schräg.

Wir jedenfalls ziehen Gewinn daraus. Nach der Für die bevorstehende hinter uns liegenden Alpenüberquerung suchen wir nach einem leichten Tourenrucksack, also ein Rucksack, der unter 30L fasst. Das wird uns reichen. Das reicht. Die Bergschuhe, die inzwischen nicht mehr wasserdicht sind, haben wir bereits ersetzt. Es sind eine Art Turnschuhe.

Raus, Wandern: Der Lieserpfad

Ah, wie der Manuel Andrack?!

Das ist wohl der am häufigsten gehörte Satz, wenn man sich mit anderen Wanderern unterhält und seine Route bekannt gibt. Wer nicht nach Andrack wandert, der folgt dem Eifelsteig; beide Wege überschneiden sich ein gutes Stück. Weil es allerhand zum Lieserpfad zu lesen gibt (unter anderem in Andracks Buch „Du musst Wandern“) nur so viel in Kürze:

  • Er geht von Daun nach Wittlich, mit einer Übernachtung in Manderscheid,
  • damit ist man ca. 40km gegangen, das macht man besser in zwei Etappen.
  • Er ist wunderschön.

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass alle Leute, die wir getroffen haben supernett waren, von anderen Wanderern über die Zimmerwirte. Apropos Zimmerwirte, man braucht kein Hotelzimmer, man kann gut in Fremdenzimmern übernachten. Und: Wenn die Generation der jetzt 70+ mal ausstirbt vermute ich, dass es kaum noch gut gebrühten Kaffee gibt, selbstgemachten Honig, krachend gestärkte Bettlaken und ausgeklopfte Polstersessel.
Weg vom Zweitjob, hin zur Ausbildung als Hausmann oder Hausfrau! #parolen

Wiesenhexe
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Welche Architektur gucke ich mir an (II): Museum Kunst der Westküste, Föhr

Wenn diese Farben nicht wären.

Gut, Museen und Kirchen anzusehen und dann behaupten, man hätte Architektur erlebt ist die ganz billige Nummer. Andererseits kommt es gerade in diesen Gebäuden auf eine gute Gestaltung an. Wenn’s dunkel, muffig und vollgerümpelt ist, hat man halt nur wenig Spaß.

Wenn man dann noch auf einer Ferieninsel ein paar Regentage hat, ist ein Museum ein beliebter Zufluchtsort. Neben den Kinderbespaßungsindoorspielplätzen ist es nett, dass es auch kulturtaugliche Abwechslung gibt mit sehenswerten Bildern von Max Beckmann, Max Liebermann, Emil Nolde, Edward Munch und weniger namenhaften, aber spannenden Malern.

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Was ich an Föhr mag

  • Die Anreise: Man kann mit dem Auto auf die Insel, dann sollte man buchen. Man kann sein Auto auch in Dagebüll auf einen Parkplatz stellen, es gibt sogar für die 700m zum Hafen einen Shuttlebus. Nur mit Koffer und vielleicht Fahrrad kommt man jederzeit auf die Fähre. Nach 50 Minuten ist man auf der Insel, geht in sein Quartier in Wyk oder nimmt Taxi oder Bus in die entlegeneren Orte (entlegen, ha! 10 Kilometer maximal).
  • Die Orte: Vor allem Wyk ist wunderbar. Es gibt genügend nette und bezahlbare Ferienwohnungen in der Parallelstraße zur Strandpromenade. Na, Straße ist vielleicht übertrieben, in dem vorderen Teil Wyks sind alles Gässchen und damit ist es sehr gemütlich. Hinten raus wird’s etwas urbaner, ist aber trotzdem O.K.
    Auch Wrixum oder Midlum sind sehr niedlich, nur leider nicht am Strand.
    Nieblum hat Strand, ist aber ein bisschen etepetete.
    Die anderen Orte erkunde ich das nächste Mal.
  • Die Restaurants: In Wyk gibt es natürlich einige, von der, ähem, original Fischerkate, alles fangfrisch aus der Mikrowelle bis Sterneküche. Daneben, und das gefiel mir gut, junge Küche, die sich regional und Bio gibt. Auch in den anderen Orten gibt’s Gastronomie, in Oldsum ein nettes Café (Stellis Hus?); die Lohdeel in Nieblum bedarf der Vorbestellung, man muss die Bedienung, äh, ertragen, mit Kindern muss einem klar sein, dass andere Tische vorgezogen werden. Man kann ja auch ins Alt Helgoland im Yachthafen Wyk gehen, da schmeckt auch das Essen besser.
  • Das Wetter: Es ist See, da ist Wetter. Deal with it und merke dir: Es ist See, da ist Wetter und gut
  • Das Publikum: Kultiviert, überwiegend freundlich und angenehm sportlich. D. h. die Leute nerven nicht. Sie schauen nach Büchern, gehen ins Museum und fahren Rad. Sie kaufen und trinken Weine oder Bier aus Gläsern, abends. Sie trinken Kaffee, Tee oder Crement tagsüber. Sie freuen sich, weil sie Urlaub haben und sich Fähre, Quartier und Restaurant leisten können. Glauben Sie mir, dass das nicht überall so ist.
  • Die Museen? Das Museum: Ja, es gibt ein friesisches Museum und wenn Sie Heimatmuseen mögen, halte ich Sie nicht auf. Für ein echtes Interesse an Kunst kann man in das Museum der Kunst der Westküste. Neben einer interessanten Architektur und guter Gastronomie finden sich Werke von Max Liebermann, Max Beckmann, Emil Nolde und Edvard Munch. Na.

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