2018

So, wie war denn 2018?

1. Zugenommen oder abgenommen?
Ach, so wie immer.

2. Haare länger oder kürzer?
Kürzer. Dann kommen die Geheimratsecken besser raus. Will aber wieder wachsen lassen.

3. Mehr bewegt oder weniger?
Immer noch mehr, immer noch mehr Wandern. Das Wander-Blog füllt sich langsam.

4. Der hirnrissigste Plan?
Klettersteige ohne Kletterset zu gehen. Laut Wanderführer brauchte man die aber auch nicht.

5. Die gefährlichste Unternehmung?
Na, ja, die Klettersteige.

6. Die teuerste Anschaffung?
Ein Wäschetrockner.

7. Das leckerste Essen?
Hm. Vieles lecker, wir kochen ja oft gut. Der E5 in Südtirol war ein kulinarischer Genuss.

8. Das beeindruckendste Buch?
Hm, kaum gelesen.

9. Der beste Sex?
Habt ihr schon mal Golf gespielt?

10. Der ergreifendste Film?
Da war diese Wanderdokumentation über Kreta? Filme gucke ich kaum noch im Lichtspieltheater, oft reicht es, wenn es irgendwann im Fernsehen kommt und dann erinnere ich mich nicht.

11. Die beste CD bzw. der beste Download?
Voces8, ein britisches Vokalensemble.

12. Das schönste Konzert?
Das Februar-Konzert mit den Bläsern; eine Geburtstagsparty mit der Kollegiums-Band.

13. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Der Frau. Ein Glück.

14. Die schönste Zeit verbracht mit …?
…der Frau auf Wanderungen im Chor auf Wanderungen.

15. Vorherrschendes Gefühl 2018?
Erleichterung. So kann das weitergehen.

16. 2018 zum ersten Mal getan?
Eine Funktionsstelle angenommen und Dinge neu strukturiert. Geht gut, dauert aber.

17. 2018 nach langer Zeit wieder getan?
Ein Wah gekauft und damit einen Nachmittag lang rumgespielt. Funky sh*t.

18. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Der Klettersteig, der Abgrund am Klettersteig, der nächste Klettersteig.

19. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Du kannst das.

20. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Hm (Vorsatz: mehr schenken!)

21. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Hm (ich brauch ja nix.)

22. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Irgendwas romantisches von meiner Frau wahrscheinlich.

23. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Irgendwas romantisches zu meiner Frau wahrscheinlich.

24. 2018 war mit einem Wort …?
Ein Lichtblick. 2019 kann ich hoffentlich die Früchte ernten.

Veröffentlicht am
Kategorisiert als Alltag Verschlagwortet als ,

#SepteMeer2018

Wer nicht weiß, was Septemeer ist, der schaue hier.
Ich selber kann nur kleine Scribble-Miniaturen, dieses Mal ergab es immerhin ein Wimmelbild.

Zeichnung mit Meeresmotiven

Auf den Straßen

Stellen Sie bitte mal eine durchschnittliche Straße in einer kleineren Stadt vor, vielleicht sogar in einem Dorf. Es gibt eine Ampel, das ist gut. Vor allem zu Berufsverkehrszeiten, denn die Pendler queren die Stadt, wir sind im Speckgürtel einer Landeshauptstadt.
Nun ist es aber Abend, in zwei Stunden werden die Ampeln ausgestellt. Ein Radfahrer, er scheint es öfter zu machen und ist gut ausgestattet, nun, dieser Radler fährt einfach bei Rot. Das ist nicht weiter schlimm, die Straßen sind leer und nur ein Auto nähert sich. Das Auto ist zu schnell, vielleicht 70km/h, das passiert im Ort in der Nacht öfter, die Ampel ist aus, die Blitzer… welche Blitzer?
Aber all das ist kein Problem, der Radler ist schnell, die Straßen sind frei, das Auto weicht aus.

Der Autofahrer hupt, lang und ausdauernd, er muss unbedingt vor dem Radfahrer einscheren, recht knapp, dabei wäre Platz genug.
Der Radfahrer zeigt den Mittelfinger, er pöbelt mit unflätigen Wörtern, bremst, spuckt, dabei könnte er einfach das Hupen ignorieren. Das Auto bremst.

Passiert ist nichts weiter, nur eine Drohgebärde, die der Fahrer durch ein sofortiges Weiterfahren entschärfte.
Und irgendwie fühlt man sich sofort an die aktuelle Politik erinnert.

***

Im übrigen finde ich, dass der Innenminister zurücktreten sollte (inspiriert von Herrn Buddenbohm).

Veröffentlicht am
Kategorisiert als Alltag Verschlagwortet als ,

Wie Inklusion wirklich ist

Nicht, was sie jetzt denken.

Es ist erst ein paar Tage her, da äußerte ich mich an dieser Stelle bereits zur Inklusion. Um mal einen berühmten Werbeslogan zu variieren: „Die Geschichte der Inklusion ist eine Geschichte voller Missverständnisse.“
Dazu habe ich mal eine kleine Liste vorbereitet:

  • Inklusion bedeutet nicht Integration von Schülerinnen und Schülern mit Handicaps.
  • Inklusion gilt überhaupt nicht nur für behinderte Menschen.
  • Inklusion heißt auch nicht nur zusammen wohnen.
  • Inklusion ist auch nicht überraschend neu, hip, modern, trendy oder linksversifft.
  • Man kann Inklusion nicht einfach mal wieder abschaffen.
  • Es ist keine Inklusion, Gruppen von Gesetzen, wie z. B. Mindestlohn, auszunehmen.

Watt denn nu?

  • Inklusion heißt, dass auch Sie ein Teil der Gesellschaft sind und man ihnen ermöglichen muss, daran teilzuhaben.
  • Ich? Ja, es gilt für Mindeslohnjobber, Alte, Kranke, Junge, Nette, Doofe, Einwanderer, Flüchtlinge und sogar für Manager und Politiker. Auch die dürfen Teil der Menschheit sein. Verrückt, oder?
  • Und das gilt für alle Bereiche des Lebens, auch für Arbeit, Fußball, Freizeit oder Stadtteilfeste.
  • Die Idee ist nicht neu, Jesus sagte ähnliches in der Bergpredigt (bzw. es ist überhaupt seine Grundaussage), auch der Islam, das Judentum, der Humanismus, ach, eigentlich alle finden Solidargemeinschaft ganz gut. Deshalb steht es sogar so in unserem Grundgesetz, man lese da mal die Paragraphen 1-10.
  • Und es gilt weltweit. Also, zumindest bei den Ländern, die die UN-Carta abgezeichnet haben.
  • Diesen Gedanken darf man verbreiten, es tut ganz gut, sich als Teil von etwas zu fühlen. Oder sind Sie gerne ausgegrenzt?

Also, machen auch Sie mit. Sein Sie inklusiv, sein Sie Teil von uns allen.

„Inklusion nicht effizient“

So betitelt die Hannoversche Allgemeine am 7.6.2018 ein Ergebnis einer Prüfung des niedersächsischen Landesrechnungshof – und in gewisser Weise (s.u.) muss man ihnen sogar recht geben.

Leider bezieht der Rechnungshof es aber darauf, dass die Schulen für Lernhilfe und Emotionale Entwicklung weiterbetrieben werden und damit die Kosten für Förderschullehrer erhalten bleiben bzw. die Stunden im inklusiven Unterricht fehlen. Das sind halt Kosten für das Land.

Effizienz, aus Lehrersicht, sähe anders aus. So könnte man als FörderschullehrerIn an nur einer Regelschule eingesetzt werden und dort nur in zwei bis drei Klassen tätig sein, damit stärker zu den Klassenteams gehören und auch mal in der Pause im Lehrerzimmer sitzen, statt hektisch herumzureisen und das als Vorbereitungszeit laufen zu lassen. Es würde enorm viele Telefonate und E-Mails für Absprachen sparen und vielleicht könnte man auch ein Teamteaching damit dauerhaft in der Pädagogik etablieren und die Stärken der einzelnen Lehrkräfte nutzen.
Man könnte aber auch drastisch Kosten senken, indem man feste pädagogische MitarbeiterInnen in den Klassen einsetzt und damit die vielen z. T. schlecht ausgebildete Einzelfallhelfer sparen, denen man nicht einmal Dienstanweisungen geben darf, weil sie bei einem anderen Kostenträger angestellt sind. Aber das sind Kosten der Region, nicht des Landes.
Man hätte auch, beizeiten, die FörderschullehrerInnen, die in Ruhestand gehen, ersetzen können, weil Inklusion nämlich in erster Linie kein Sparmodell ist, sondern ein Gewinn für die Gesellschaft. Vielleicht ist aber genau das der springende Punkt. Dem Rechnungshof, das liegt wohl in der Natur der Sache, geht es nicht um Gesellschaft, ihm geht es um Zahlen.
Nun kann man den Artikel so deuten, dass man nur die Schwachpunkte aufzeigen und Verbesserungen anregen will. Bei der Nachrichtenlage der letzten Zeit und der propagandistischen Hetzrede einer „alternativen“ Partei befürchte ich aber, das diese Überschrift von vielen anders gedeutet wird.

Es ist einige Zeit her, dass man aufgewogen hat, wie ökonomisch Teile der Gesellschaft sind. Es war wohl in den frühen 90ern, als Peter Singer die Frage stellte, wie Behinderte dem Bruttosozialprodukt dienen. Das Ergebnis kann nur ernüchternd sein und die Beziehung zu den Nationalsozialisten der 30er Jahre ist schnell hergestellt. Letztlich führt es aber zu der Frage, wie ökonomisch Bildung ist oder gar eine ganze Gesellschaft. Wozu braucht man uns eigentlich?

Inklusion heißt alle. Immer. Ja, auch die Flüchtlinge, die Mindestlohnverdiener, die Junkies, die Knasties und halt auch Behinderte, alle. Immer. Weil sie Teil der Gesellschaft sind, genau wie du, genau wie sie. Wer das in Frage stellt, stellt sich selbst in Frage.
Inklusion verursacht erst mal Kosten und das ist in der derzeitig anhaltenden Optimierungslandschaft gar nicht gern gesehen. Besänne man sich auf den sozialen Anspruch unserer Demokratie, hätte man es erst gar nicht so weit kommen lassen dürfen, unsere Gesellschaft in so viele Schichten zu teilen, so viele Menschen von der Teilhabe zu separieren. Diese Rückbesinnung muss man aber wollen und eine Überschrift wie die obige ist damit ein Affront gegen diejenigen, die sich um eine gelingende Inklusion bemühen.
Für die Inklusionsgegener ist es jedenfalls ein willkommenes Argument, die Abschaffung der Inklusion zu fordern. Das ist eine schreckliche Vorstellung, denn, und damit sollen Artikel enden, Inklusion ist ein Gewinn. Für alle. Immer.

Veröffentlicht am
Kategorisiert als Alltag Verschlagwortet als