Fünf Stunden Arbeit am Tag sind genug – wenn man es sich leisten kann

In der von mir besuchten Medienwelt kursieren Meldungen über einen Bielefelder Agentur-Chef, der seinen Angestellten bei vollem Lohn ermöglicht, nur fünf statt acht Stunden zu arbeiten. An anderer Stelle redet man davon, dass gar vier Stunden Arbeit pro Tag genug sind.

Exkurs: Gleichzeitig mehren sich die Meldungen, dass die Stadt Bielefeld 25 Jahre Bielefeld-Verschwörung feiert.

Das klingt ja auch wirklich verlockend, nach fünf Stunden lässt man den Hammer fallen und geht in einen ruhigen Nachmittag, hat Zeit für Familie, Freunde und Hobbies. Vor allem in den körperlich anstrengenden Berufen wäre das ein Traum. All die Handwerker, die früh mit körperlichen Leiden zu tun haben sitzen nicht mehr beim Orthopäden, ebensowenig die Pflegekräfte. Kaufhaus-Angestellte würden noch etwas Sonne sehen und auch für die Arbeitslosenquote wäre das natürlich gut; allerdings müssten mehr Menschen in Schichten arbeiten. Trotzdem: Tolle Idee!

Nun gab es neulich ein Radio-Interview mit dem begeisterten Agentur-Chef, der natürlich auch ein Buch darüber geschrieben hat. Hier war die erste Einschränkung zu diesem Modell, dass es genau für die oben beschriebenen Arbeiten eben nicht gedacht ist. Fünf Stunden Arbeit reichen natürlich nur für „Wissens-Arbeiten“. Schade für all die Paketfahrer und Mindestlohnverdiener.

Grundlage ist, dass man zu den Wissensarbeiten Studien gibt, die zeigen, dass ein Großteil der Arbeitszeit mit Pausen, Gesprächen mit Kollegen und Ablenkungen wie Konferenzen besteht. Richtig konzentriert und effektiv arbeitet man ca. zweieinhalb Stunden bei einem Acht-Stunden-Tag. Also beschloss jener Chef, dass Pausen und Gespräche wegfallen, man Konferenzen und Besprechungen so kürzt, dass man beim Thema bleibt und fünf Stunden ohne Pause man Stück arbeitet. Nur Raucherpausen sind erlaubt, weil dann die Mitarbeiter im Prozess feststecken würden und Zeit zum Denken bräuchten. Alle anderen würden ja um 13 Uhr Schluss machen und am Nachmittag über die entstandenen Probleme nachdenken. Na? Merken sie was?

Zweieinhalb Stunden sonst, jetzt fünf? Am nächsten Tag mit Lösungen kommen?

Reichten sonst noch Kickertische und Club Mate in den Shared Spaces um die Reklame-Praktikanten in Start-Ups auszubeuten (diese Wörter, mon dieu!), ist es nun ein weiterer Schritt, den Feierabend in den häuslichen Bereich zu verlagern unter dem Deckmantel einer vermeintlich modernen Menschlichkeit. Wie bei so vielen modernen Managementtheorien geht es wieder nur um Optimierung, Profitsteigerung und Ausbeutung. Andere Studien zeigen nämlich, dass es durchaus sinnvoll ist, alle Stunde seine Arbeit kurz zu unterbrechen, mit anderen zu reden, Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und das benötigt – wie könnte es anders sein – Zeit.

Es gibt übrigens es schon eine Berufsgruppe, die fünf Sunden am Stück eine Gruppe von 30 Leuten unter geistiger Hochleistung und ohne Pause anleitet, fortbildet und betreut, um alle weitere Arbeit im Homeoffice zu erledigen. Aber dieser Gruppe spricht man aber eine gewisse Faulheit und Neigung zum Klagen ohne zu Leiden zu; man spricht von „vormittags recht und nachmittags frei“.
Das würde man über eine Agentur unter so modernen Führung natürlich nie sagen.

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2018

So, wie war denn 2018?

1. Zugenommen oder abgenommen?
Ach, so wie immer.

2. Haare länger oder kürzer?
Kürzer. Dann kommen die Geheimratsecken besser raus. Will aber wieder wachsen lassen.

3. Mehr bewegt oder weniger?
Immer noch mehr, immer noch mehr Wandern. Das Wander-Blog füllt sich langsam.

4. Der hirnrissigste Plan?
Klettersteige ohne Kletterset zu gehen. Laut Wanderführer brauchte man die aber auch nicht.

5. Die gefährlichste Unternehmung?
Na, ja, die Klettersteige.

6. Die teuerste Anschaffung?
Ein Wäschetrockner.

7. Das leckerste Essen?
Hm. Vieles lecker, wir kochen ja oft gut. Der E5 in Südtirol war ein kulinarischer Genuss.

8. Das beeindruckendste Buch?
Hm, kaum gelesen.

9. Der beste Sex?
Habt ihr schon mal Golf gespielt?

10. Der ergreifendste Film?
Da war diese Wanderdokumentation über Kreta? Filme gucke ich kaum noch im Lichtspieltheater, oft reicht es, wenn es irgendwann im Fernsehen kommt und dann erinnere ich mich nicht.

11. Die beste CD bzw. der beste Download?
Voces8, ein britisches Vokalensemble.

12. Das schönste Konzert?
Das Februar-Konzert mit den Bläsern; eine Geburtstagsparty mit der Kollegiums-Band.

13. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Der Frau. Ein Glück.

14. Die schönste Zeit verbracht mit …?
…der Frau auf Wanderungen im Chor auf Wanderungen.

15. Vorherrschendes Gefühl 2018?
Erleichterung. So kann das weitergehen.

16. 2018 zum ersten Mal getan?
Eine Funktionsstelle angenommen und Dinge neu strukturiert. Geht gut, dauert aber.

17. 2018 nach langer Zeit wieder getan?
Ein Wah gekauft und damit einen Nachmittag lang rumgespielt. Funky sh*t.

18. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Der Klettersteig, der Abgrund am Klettersteig, der nächste Klettersteig.

19. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Du kannst das.

20. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Hm (Vorsatz: mehr schenken!)

21. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Hm (ich brauch ja nix.)

22. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Irgendwas romantisches von meiner Frau wahrscheinlich.

23. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Irgendwas romantisches zu meiner Frau wahrscheinlich.

24. 2018 war mit einem Wort …?
Ein Lichtblick. 2019 kann ich hoffentlich die Früchte ernten.

Auf den Straßen

Stellen Sie bitte mal eine durchschnittliche Straße in einer kleineren Stadt vor, vielleicht sogar in einem Dorf. Es gibt eine Ampel, das ist gut. Vor allem zu Berufsverkehrszeiten, denn die Pendler queren die Stadt, wir sind im Speckgürtel einer Landeshauptstadt.
Nun ist es aber Abend, in zwei Stunden werden die Ampeln ausgestellt. Ein Radfahrer, er scheint es öfter zu machen und ist gut ausgestattet, nun, dieser Radler fährt einfach bei Rot. Das ist nicht weiter schlimm, die Straßen sind leer und nur ein Auto nähert sich. Das Auto ist zu schnell, vielleicht 70km/h, das passiert im Ort in der Nacht öfter, die Ampel ist aus, die Blitzer… welche Blitzer?
Aber all das ist kein Problem, der Radler ist schnell, die Straßen sind frei, das Auto weicht aus.

Der Autofahrer hupt, lang und ausdauernd, er muss unbedingt vor dem Radfahrer einscheren, recht knapp, dabei wäre Platz genug.
Der Radfahrer zeigt den Mittelfinger, er pöbelt mit unflätigen Wörtern, bremst, spuckt, dabei könnte er einfach das Hupen ignorieren. Das Auto bremst.

Passiert ist nichts weiter, nur eine Drohgebärde, die der Fahrer durch ein sofortiges Weiterfahren entschärfte.
Und irgendwie fühlt man sich sofort an die aktuelle Politik erinnert.

***

Im übrigen finde ich, dass der Innenminister zurücktreten sollte (inspiriert von Herrn Buddenbohm).

CocoonDance: Momentum

Es zuckt noch!

Doch, doch, auch wenn man auf dem Land wohnt erlebt man manchmal Kultur. Dazu muss man zwar in die Stadt fahren, aber es gab einen Anlass und der wurde genutzt.
Es ging in die Eisfabrik, eine Kulturstätte in einer ehemaligen, nun, Eisfabrik. Die Räume wurden schon vor vielen Jahren umgestaltet und dabei nett rau gelassen. Es sieht so aus, wie sich heute die ganzen Burgerbratereien geben.
Gegeben wurde Tanz. Zur Musik eines DJs zuckten drei Körper, bewegten sich, schlängelten, tanzten.
Ich bewundere diese Kulturform, weil ich sie nicht verstehe. Wie probt man so etwa, wie merkt man sich die Choreographie, was ist Improvisation, was festgelegt?

Momentum von CocconDance ließ diese Fragen vergessen. Am Rand der Bühne aufgestellt, fühlte ich mich schnell einbezogen in die Performance. Die drei männlichen Tänzer lagen uns zu Füßen, das Gesicht zum Boden, in ein Tuch gehüllt, man konnte die Gesichter nicht erkennen. Ein sehr dumpfer, pulsierender Beat ließ die Show starten, die Tänzer zuckten, es war nicht ganz klar, ob sexuell konnotiert oder doch eher hospitalistisch geprägt. Später torkelten sie durch den Raum, kämpferisch, trunken, freundschaftlich verbunden. Sie kamen nah, sie verschwanden wieder und immer blieb eine ganz suberversive Form von Angst im Raum, bei den Zuschauern, bei den Tänzern, das war nie ganz klar. War es Volkstanz oder Entführung, man weiß es nicht. Endlich nahmen sie Masken ab, aber verstärkte noch die Unsicherheit, diese Blicke, der direkte Augenkontakt, junge Männer, mit Bärten, Vollbart. Hipster oder Islamist, es konnte alles sein. Sie pumpen, atmen, torkeln, wanken, springen, der Beat dazu dichter, drängender, fordernder, alle wippen mit, die Knie, die Köpfe bis es in einem Schrei endet.

Nach einiger Stille Applaus. Die Tänzer lächelten.

2017

So, wie war denn 2017?

1. Zugenommen oder abgenommen?
Eher abgenommen, nur leicht, aber es macht mir Sorgen. Guter Vorsatz für 2018: regelmäßig gut essen.

2. Haare länger oder kürzer?
Vorne kürzer, oben länger. Die blonden Strähnen verbreiten sich langsam.

3. Mehr bewegt oder weniger?
Immer mehr, immer mehr Wandern. Hat ja auch zu einem eigenen Wander-Blog geführt.

4. Der hirnrissigste Plan?
Krank in Wales wandern. Gesund in Wales Wandern war aber genau genommen der Plan, also, hm.

5. Die gefährlichste Unternehmung?
Nix.

6. Die teuerste Anschaffung?
Einmal alle Merino-Pullis gegen Baumwolle austauschen, wegen allergischer Reaktionen.

7. Das leckerste Essen?
Hm. Vieles lecker, nix besonderes dabei.

8. Das beeindruckendste Buch?
Beeindruckend, och. Lauter Jasper Ffforde gelesen, die Drachtöterin, Thursday Next, grad die ersten Bände sind da sehr witzig.

9. Der beste Sex?
*hier Tigerlachen einfügen*

10. Der ergreifendste Film?
War der Film über Florence Forster Jenkins dieses Jahr? Den fand ich gut.

11. Die beste CD bzw. der beste Download?
Sophia Ensemble, ein nordisches Vokalensemble.

12. Das schönste Konzert?
Zu Weihnachten mit dem Chor, in dem ich seit diesem Jahr singe. Tolle Leute, großer Spaß.

13. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Mit Schule und Elterngesprächen. Aber ich konnte es über das Jahr abbauen und mache damit weiter, also mit dem Abbauen.

14. Die schönste Zeit verbracht mit …?
…der Frau auf Wanderungen im Chor.

15. Vorherrschendes Gefühl 2017?
Anders als letztes Jahr: erst Stress, dann Erleichterung. So kann das weitergehen.

16. 2017 zum ersten Mal getan?
Den Neffen über’s Wochenende da gehabt. Guter Plan, gerne wieder. Außerdem ein Hochbeet gebaut, dort Kräuter angebaut und getrocknet.

17. 2017 nach langer Zeit wieder getan?
Im Chor gesungen. Gute Sache!

18. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Die Milbenallergie. Die Zahnprobleme. Der Pastorenwechsel in der Gemeinde.

19. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
„Wir kommen mit weniger auf der Tour aus!“

20. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Hm (Vorsatz: mehr schenken!)

21. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Hm (ich brauch ja nix.)

22. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Irgendwas romantisches zu meiner Frau wahrscheinlich.

23. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Irgendwas romantisches von meiner Frau wahrscheinlich.

24. 2017 war mit einem Wort …?
…halt so ein Jahr wie viele.

2016

Hm, das letzte Mal habe ich darüber 2014 geschrieben. Ich bin ja ein Blog-Profi.

1. Zugenommen oder abgenommen?
Weder noch. Aber immer noch zu wenig.

2. Haare länger oder kürzer?
Weder noch. Die Gehheimratsecken wachsen, der Schnitt passt sich an. Der Lieblingsfriseur redet davon, dass ich immer blonder werde.

3. Mehr bewegt oder weniger?
Mehr. Viel Wandern, Vorbereitungstraining vor dem Laptop zu Youtube-Videos im Keller (Manuels Skigymnastik!).

4. Der hirnrissigste Plan?
Die Bewerbung als Schulleiter. Zum Glück wurde das nix. Jetzt die harte Arbeit aus allen Arbeitsgruppen rauszukommen, die ich betreten habe, um Präsenz und Interesse zu zeigen. Aber insgesamt auf die Füße gefallen.

5. Die gefährlichste Unternehmung?
Einmal über die Alpen. Es gab zwei Stellen, wo mir schwindelig wurde, aber ich habe es geschafft und es war fantastisch.

6. Die teuerste Anschaffung?
Ein neues Dach.

7. Das leckerste Essen?
Die Spaghetti Bolognese auf 3000m Höhe nach 1200m Anstieg. Beste!

8. Das beeindruckendste Buch?
Isabos Pfau. Wobei mich vor allem die Geschichte um die Entstehung und der Erfolg beeindruckt haben, aber das Buch ist auch gut.

9. Der beste Sex?
*hier Tigerlachen einfügen*

10. Der ergreifendste Film?
Hier müsste ein Fernsehfilm stehen, weil ich es kaum ins Kino geschafft habe. Immerhin in „Monsieur Chocolat“ war ich und fand den auch gut.

11. Die beste CD bzw. der beste Download?
Ein Sammlung mit Kammermusiken von Arvo Pärt: „Creator Spiritus“ mit Paul Hillier, Theatre of Voices, Ars Nova Copenhagen u. a.
Außerdem mal wieder ein Elektroalbum, Sinus von Melokind.

12. Das schönste Konzert?
Ich durfte auf dem Opernplatz 100 Bläser dirigieren, während Markus Stockhausen darüber Trompete spielte. Jetzt muss ich nur noch im Lotto gewinnen, dann mach ich das an den Maschteichen mit 500 Bläsern. Tschakka.

13. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Gefühlt mit Schule und Elterngesprächen.

14. Die schönste Zeit verbracht mit …?
…der Frau auf Wanderungen.

15. Vorherrschendes Gefühl 2016?
Erst Erleichterung, in der zweiten Hälfte Stress. Das muss wieder anders werden.

16. 2016 zum ersten Mal getan?
Karriere verweigert. Berge zu Fuß überquert. Einen Urlaub ohne Wandern doof gefunden. Wintergewandert.

17. 2016 nach langer Zeit wieder getan?
Einen alten Freund getroffen, gleich wie damals gefühlt. Bei einem Konzert Posaune gespielt. Einen Tag im Bett verschlumpft.

18. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Die Milbenallergie. Die Zahnprobleme. Das neue Dach.

19. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
„Wir kommen mit weniger auf der Tour aus!“

20. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Die Neugier über eine körperliche Auffälligkeit, die derjenige inzwischen hat erfolgreich behandeln lassen.

21. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der Schnaps auf 3000m, den die Unbekannten mit uns teilten.

22. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Irgendwas romantisches zu meiner Frau wahrscheinlich.

23. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Irgendwas romantisches von meiner Frau wahrscheinlich.

24. 2016 war mit einem Wort …?
Wechselhaft.

Nachtrag Digitalisierung

Für fünf Milliarden mach ich das!

Nachdem bekannt wurde, dass fünf Milliarden für die Digitalisierung der Schulen in Deutschland bereit gestellt werden sollen, bilden sich zwei Meinungen heraus. Auf Seiten der LehrerInnen gibt es den Wunsch, erst mal dringendere (wortwörtlich gemeinte) Baustellen anzugehen. Dies wiederum führt zu Verwunderung, grad im Lager der IT-Spezialisten, für die digitale Bildung natürlich die zeitgemäße, zukunftsweisende Form des Lernens ist.

Ich selbst finde die allzu offene Ablehnung der KollegInnen auch etwas merkwürdig, allerdings verstehe ich, dass man geheizte, saubere Toiletten mit Brille und Deckel durchaus reizvoll findet. Auch die Personalsituation ist verbesserungswürdig. Krankheitsvertretungen gibt es kaum und eine Schule gilt ja schon als gut besetzt, wenn 95% des Unterrichts gedeckt ist. Fachunterricht wird dabei kaum beachtet, wenn’s nur Sportlehrer hat und man eigentlich Musiklehrer bräuchte… na, hauptsache 95%. Mathematiker können bestimmt auch 95% = 100% setzen.
Der anderen Seite könnte man vermittelnd sagen, dass es vor allem an einem Konzept für die Nutzung der fünf Milliarden fehlt und dazu habe ich ein aktuelles Beispiel:

Wir haben vier InteractiveBoards an der Schule. Diese wurden günstig gekauft und aufgebaut, ein Messeangebot. Die PCs wurden von einem Elektro-Lehrgang eines Berufsbildungswerks angeschafft und eingerichtet. Die Auszubildenden kannten sich aber weder mit Schulgewohnheiten aus (Grundschüler sollten nicht überall zugreifen können), noch mit den Eigenheiten eines Smart-Boards. Irgendwann hatten alle die Nase voll, dass man eigentlich nur große Monitore hatten und die mitgelieferten Stifte nicht funktionierten. Die Azubis konnten es nicht lösen, nach einem Jahr durften wir den Vertrag lösen, schauten zu zweit selbst, redeten mehrfach über den Wunsch nach Technikern. Zwei Jahre dauerte dieser Prozess. Heute waren zwei Herren da, die in drei Stunden vier Boards zum Laufen brachten. Einfach so, weil sie Ahnung hatten. Sie bekommen viel Geld dafür und ich finde zurecht. Das nächste Mal können wir sie uns aber erst wieder 2020 leisten. Dafür arbeiten die SchülerInnen halt mit OpenOffice.
Es fehlte uns einfach die Kenntnis über all die Möglichkeiten von PCs und deren Peripherie, über Apps und Programme. Vor allem fehlt die Zeit, diese Kenntnis zu erwerben und zu überlegen, wie wir sie sinnvoll in der Schule einsetzen. Wir sind Lehrer und keine Techniker. Wir werden im Unterricht benötigt und wir haben nur 95% und es ist Erkältungszeit.

Mit Konzept wären fünf Milliarden super aufgehoben in Schulen, vielleicht für Zeugnissoftware, Schulverwaltungssoftware, Lernprogramme, IT-Konzepte und Cloud-Systemen speziell für Schulen. Ich wäre auch bereit, so ein Konzept zu entwickeln und umzusetzen. Aber nur mit einem Büro im Kultusministerium. Dort soll es warme Toiletten geben.

#12von12 September 2015

Mach ich auch mal.

Eine schöne Übung, um seinen Alltag zu beobachten. Was macht man eigentlich den ganzen Tag, festgehalten in 12 Bildern. Ganz praktisch ist dieses Mal, dass es am Wochenende ist.


Heute z. B. wartete ich darauf, ein neues Telefon bestellen zu können und dann konnte ich mich nicht entscheiden. Dann halt morgen.


Außerdem war Putztag: Bad, Küche und Wanderschuhe. Man müsste überhaupt mehr über’s Wandern schreiben.


Die Tomaten gehen übrigens grad ab.


Während die Zahnputzbecher heute Panik schoben.


Die Getränke des Tages sind hier in der richtigen Reihenfolge geordnet.


Die übliche Recherche im Internetz ergibt auch nicht Neues.Ich hätte echt gerne eine Parker, aber… (s. Bild 1).