Welche Architektur gucke ich mir an (III): Sprengelmuseum Hannover, Erweiterungsbau

Bauen sie etwas, das typisch für Hannover ist.

Ich weiß nicht, ob das die Vorgabe war, aber klar ist, der Bau passt ganz gut zu Hannover. Und, das spoiler ich mal vorweg, er gefällt mir nicht.

Erstens fand ich das Gehabe um die Außenfassade ermüdend. Schwarzes Glas sollte es ein, gefärbter Beton ist es aus Kostengründen geworden, nicht ganz so poliert, wie ich es mir vorgestellt hätte. Nun hat man einen schwarzen Kasten mit unmotivierten Einschnitten, die wirken, als hätte man die Fenster vergessen. Wenn man die Ausführung der wenigen Fenster sieht, ist es jedenfalls ganz gut, dass die Fassade aus Beton ist, denn Rahmen und Einfassungen sind recht grob gearbeitet und wirken billig. Albern ist auch, dass genau auf Kopfhöhe die Fassade zurück springt. Da kann man sich doch herrlich dran stoßen.

Zweitens ist die hochgelobte Rampe ein Hohn. Irre viel Platz für eine Spirale, die zu den Toiletten hin als Treppe weitergeführt wird. Das ist ja mal barrierefrei gedacht und ja, das war Ironie. Aus Sicherheitsgründen wurde das Geländer sehr hoch gezogen, die Raumwirkung ist damit komplett weg. Auch hier ist die Ausführung schlimm, wenn man sich die Details anschaut, sind sie lieblos gemacht und schlecht ausgeführt.

Drittens sehe ich keine „tanzenden Räume“. Zwei Räume sollen in sich verdreht sein und so Leben in die Ausstellung bringen. Das ist Unsinn, davon bekommt man nichts mit. Die Ausstellungsräume sind schlicht und langweilig, die Details, wie überall, erschreckend schlimm. Dazu muss man nur mal einen Blick auf die nutzlosen Räume mit den Außenblicken werfen und auf die Werksteinbänke dort drin. Oder mal auf die Notfallsysteme achten. Man kann dann noch auf die Verbindungsräume gucken, bzw. auf den Gang zum Fahrstuhl und sich fragen, wie nutzlos man Räume noch planen kann. Erschreckend lieblos auch die hochgelobte Haustechnik. Das haben andere Museen überzeugender und vor allem zurückhaltender inszeniert. Charmanter wäre es, wenn man aus den hervorspringenden Rohren und Leitungen gleich ein Gesamtkunstwerk gemacht hätte.

Draußen kann man dann noch einen Blick aus der Ferne aus das Dach werfen und sich fragen, warum man hier eigentlich noch ein weiteres Material und eine weitere kalte Farbe verbaut.

Fazit: Lieblos geplant, kein Blick für das Detail, schlechte Ausführung. Aber teuer und man hat mal wieder was zu Reden in Hannover.

Dinge, die ich nicht verstehe (IV): Einkaufen in Hannover

Oder: Wie sich der Einzelhandel dumm und dämlich verdienen könnte.

Wenn er denn wollte. Denn ich will regelmäßig Geld ausgeben, was dann erstaunlich schwer ist.
Dieses Mal brauchte ich Unterwäsche, Hemden, Longsleeves und eine Aktentasche. Die Unterhosen und -hemden kaufe ich gern von einem schweizer Hersteller, weil sie als einzige gut sitzt. Gleiches gilt für die Strümpfe eines deutschen Produzenten. Für die Hemden besuchte ich eine Herrenausstatterkette, ebenso für die T-Shirts mit den langen Armen. Ich wollte das iPhone 6 in die Hand nehmen, also ging ich noch zum örtlichen Apple-Händler, der auch schöne Taschen führt, dort wollte ich eine Aktentasche kaufen. Das war Plan A.

Ich kam mit zwei Longsleeves nach Hause. Warum?

  • Die Unterhosen hatte ich bereits im Internet angeguckt, sie sind aus der neuen Kollektion. Im Laden waren sie bereits ausverkauft. Nach den Hemden habe ich dann nicht mehr gefragt.
  • Im selben Geschäft waren die Strümpfe bereits aus dem Programm genommen worden. Es ist schließlich Herbst. Ja, so habe ich auch geguckt.
  • Die Hemden, ach. Die Hausmarke hat einen anderen Schnitt als sonst, andere Krägen, andere Stoffe. Man trägt wohl wieder Button-Down-Hemden mit Brusttasche. Ach. Die schönen Hemden waren mir zu teuer oder zu groß. Ach.
  • Auch der T-Shirt-Schnitt wurde verändert, aber tiefes V und meine Hühnerbrust verträgt sich leider nicht. Der Plan B, der günstige schwedische Anbieter ist in der Basislinie jetzt noch fadenscheiniger, insgesamt geht der Trend dort wohl zum Sweatshirt, was mir zu dick ist.
  • Während im Umland die Läden bis 21 Uhr öffnen, schließen die innenstadtnahen Geschäfte gern um 18 Uhr. Ich stand also um 18:02 Uhr vor verschlossener Tür. Immerhin winkten mir die Angestellten. Dafür kaufte ich dann keine Aktentasche
  • Läden, die ich aus anderen Städten kenne und mag, wie etwa COS, eröffnen zwar auch mal Filialen in Hannover, stellen aber nur eine eingeschränkte Kollektion mit eingeschränkter Größenauswahl ein. Geschickt. Ganz geschickt.

Einzig Muji, wo ich nach Pullis schaute (sie führen Rundhalspullis! Ich mag Rundhalspullis.) hatte auch Langarmshirts mit Rundhals aus Biobaumwolle. Aber auch keine schönen Aktentaschen, passende Hemden oder schweizer Unterwäsche. Na.

Hannover, merkste selber, ne?!

P.S.: Der Onlinehandel ist nur wenig besser, bei Calida konnte ich z. B. keine Doppelbuchstaben in den Formularfeldern eingeben. Doof bei meinem Namen und der dazugehörigen E-Mailadresse. Eine Aktentasche und Hemden habe ich noch immer nicht. Für die Strümpfe warte ich jetzt bis zum Frühling, Winterstrümpfe habe ich schließlich genug.